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Rindfleischpreise schießen in die Höhe, während Rindermangel Beschäftigte trifft und Betriebe schließen

Ingalls, Kansas, USA, 24th October, 2014 Ingalls Feed Yard.is a feedlot type of animal feeding operation which is used in intensive animal farming for finishing livestock, notably beef cattle.
mark reinstein / Shutterstock.com

Betriebsschließungen machen eine weitere Folge der anhaltenden Engpässe beim Viehbestand sichtbar. Tausende Beschäftigte sind nun von einem Branchenwandel betroffen, der durch ein geringeres Angebot und steigende Kosten geprägt ist.

Tyson Foods, einer der größten Fleischverarbeiter in den USA, fährt Teile seines Rindfleischgeschäfts zurück, während die Branche mit einem ungewöhnlich knappen Rinderangebot zu kämpfen hat. Das in Arkansas ansässige Unternehmen schließt Betriebe in Joslin, Illinois, und Eagle Mountain, Utah, und sucht zugleich einen Käufer für seinen Standort in Pasco, Washington. Die von Newsweek genannten Entlassungszahlen betreffen mehr als 3.200 Beschäftigte an den betroffenen Standorten.

Die Schließungen sind Teil einer umfassenderen Umstrukturierung des Rindfleischnetzwerks von Tyson Foods. Das Unternehmen erklärte, dass künftig ein größerer Teil der Produktion auf Betriebe in Nebraska, Kansas und Texas konzentriert werde. Ziel sei es, mit weniger Standorten ein annähernd gleiches Volumen bei der Rinderverarbeitung aufrechtzuerhalten.

Der Schritt erfolgt zu einem schwierigen Zeitpunkt für die Rindfleischsparte des Unternehmens. Tyson Foods rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit einem bereinigten operativen Verlust zwischen 500 und 650 Millionen Dollar in diesem Segment. Das Unternehmen verwies zudem auf Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums, wonach die heimische Rindfleischproduktion um rund 3 Prozent zurückgehen dürfte. Dies unterstreicht den Angebotsdruck, dem die Verarbeiter ausgesetzt sind, da weniger Rinder auf den Markt gelangen.

Erholung der Rinderbestände bleibt langsam

Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) lassen kaum Anzeichen für eine schnelle Erholung der Rinderbestände erkennen. Der Bestand an Fleischkühen lag am 1. Juli bei 28,5 Millionen und damit 1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, während die für 2026 prognostizierte Zahl der Kälber um 2 Prozent auf 32,5 Millionen sank. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Angebotsengpässe für die Branche kurzfristig ein erhebliches Problem bleiben dürften.

Die Zahl der zur Nachzucht gehaltenen Färsen für die Rindfleischproduktion, also junger weiblicher Rinder, die für die spätere Zucht vorgesehen sind, stieg um 3 Prozent. Dies könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, dass einige Erzeuger damit beginnen, ihre Herden wieder aufzustocken. Dieser Prozess ist jedoch naturgemäß langsam. Werden mehr Zuchttiere zurückbehalten, führt dies nicht kurzfristig zu zusätzlichen Rindern für die Verarbeiter, da die Kälber zunächst geboren, aufgezogen und bis zur Marktreife gehalten werden müssen, bevor sie in die Rindfleisch-Lieferkette gelangen können.

Auch die Verbraucher spüren die Auswirkungen weiterhin an der Kasse. Daten des US Bureau of Labor Statistics zeigten, dass die Preise für Rind- und Kalbfleisch in den zwölf Monaten bis Juli um 9,4 Prozent gestiegen sind. Dies erhöht den Druck auf die Haushalte, während die Verarbeiter ihrerseits Schwierigkeiten haben, ausreichend Rinder zu beschaffen.

Mitteilung an Beschäftigte sorgt für Kritik

In den Fokus ist auch gerückt, wie die Beschäftigten über die Schließung in Illinois informiert wurden und ob der Zeitpunkt der Ankündigung den gesetzlichen Anforderungen entsprach. Nach dem WARN Act des Bundesstaates müssen betroffene Arbeitgeber in der Regel 60 Tage im Voraus über entsprechende Betriebsschließungen oder Massenentlassungen informieren. Dadurch sollen Beschäftigte und lokale Behörden Zeit erhalten, sich auf erhebliche Arbeitsplatzverluste vorzubereiten.

Der Abgeordnete im Repräsentantenhaus von Illinois, Gregg Johnson, kritisierte die Art und Weise, wie die Entscheidung kommuniziert wurde, und erklärte, die Beschäftigten hätten früher darüber informiert werden müssen, dass ihre Arbeitsplätze wegfallen würden. In einer Stellungnahme sagte er: „Familien verdienen mehr als eine Mitteilung darüber, dass ihre Arbeitsplätze verschwinden.“

Die Auseinandersetzung hat zu zusätzlicher Kritik an einer Schließung geführt, die bereits zahlreiche Beschäftigte und die umliegende Gemeinde betrifft. Tyson Foods erklärte gegenüber Newsweek, die Kommunikation und das Vorgehen des Unternehmens hätten „vollständig im Einklang mit Bundes- und Landesrecht“ gestanden.

Das Unternehmen erklärte außerdem, dass betroffene Beschäftigte sich auf offene Stellen an anderen Standorten innerhalb seines Netzwerks bewerben könnten. Damit erhalten einige Arbeitnehmer die Möglichkeit, im Unternehmen zu bleiben, auch wenn die Geschäftstätigkeit auf weniger Standorte konzentriert wird.

Quellen: Newsweek, US-Landwirtschaftsministerium, US Bureau of Labor Statistics, Stellungnahme von Gregg Johnson, WARN Act – Illinois