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Stalking-Recherche einer Autorin offenbart eine beunruhigende digitale Realität

Seen from behind modern woman with laptop in modern office reading news on social media stalking person
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Digitale Aktivitäten können Informationsfragmente hinterlassen, die über das gesamte Internet verstreut sind. Für sich genommen mögen sie unbedeutend erscheinen, doch zusammengenommen können sie ein wesentlich umfassenderes Bild ergeben.

Rund 1,4 Millionen Menschen ab 16 Jahren in England und Wales waren im Jahr bis März 2025 von Stalking betroffen, wie das Office for National Statistics mitteilte. Die Schätzung, die 2,9 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe entspricht, basiert auf dem Crime Survey for England and Wales und nicht auf polizeilich erfassten Straftaten.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da Schätzungen aus Befragungen Erfahrungen aus der Bevölkerung erfassen, darunter auch Vorfälle, die möglicherweise nie der Polizei gemeldet werden. Die Zahl bleibt die aktuellste verfügbare Schätzung des ONS zu Stalking, während neuere Ergebnisse gesondert ausgewertet werden.

Der Crown Prosecution Service berichtete, dass im Zeitraum 2024 bis 2025 wegen einer Rekordzahl von 7.168 Stalking-Delikten Anklage erhoben wurde. Der erste Stalking Action Plan der Behörde, der am 24. März 2026 vorgestellt wurde, soll den Umgang der Staatsanwaltschaften mit der Straftat stärken, während technologische Entwicklungen die Formen unerwünschter Kontaktaufnahme, Überwachung und Belästigung verändern.

Öffentlich zugängliche Informationen verraten mehr

Die britische Bestsellerautorin setzte sich bei ihren Recherchen für ihren Psychothriller Eyes On You mit den Auswirkungen auf die Privatsphäre auseinander. In einem vom Daily Express veröffentlichten Bericht beschrieb sie, wie sie eine Person aus dem Freundeskreis eines Facebook-Kontakts auswählte, die sie nie persönlich getroffen hatte, und ausschließlich Material untersuchte, das öffentlich im Internet zu finden war.

Die Person hatte eingeschränkt, was Fremde sehen konnten. Das Instagram-Konto war privat, während die Facebook-Seite seit etwa drei Jahren inaktiv war. Dennoch gelang es der Autorin, herauszufinden, wo die Person studiert hatte, was sie beruflich machte, wo sie lebte und welche Informationen über nahe Angehörige öffentlich zugänglich waren.

Ein großer Teil dieser Informationen stammte von anderen Menschen. Freunde hatten Fotos veröffentlicht und ihre eigenen Profile öffentlich gelassen, wodurch die Autorin Zugang zu älteren Bildern und Angaben zu Orten erhielt, die die Person besucht hatte.

Innerhalb weniger Stunden hatte sie ein überraschend detailliertes Bild von jemandem gewonnen, mit dem sie nie gesprochen hatte. Der Versuch zeigte, wie Informationen im Internet sichtbar bleiben können, selbst wenn die betroffene Person sich bemüht hat, die eigenen Konten privat zu halten.

Sie erklärte, dass sie die Person nie kontaktiert und nicht die Absicht gehabt habe, in deren Leben einzudringen. Ziel ihrer Recherche sei gewesen, zu verstehen, wie eine obsessive Person Informationen sammeln könnte, und nicht, spezielle Ermittlungstechniken zu demonstrieren.

Wenn Neugier Grenzen überschreitet

Nicht jede Online-Suche nach einer anderen Person ist Stalking. Menschen suchen vor einem Treffen häufig nach Informationen über ihr Date, sehen sich öffentliche Profile an oder folgen jemandem, dessen Kleidung, Zuhause oder Reisen ihnen gefallen.

Nach Ansicht der Autorin verändert sich die Situation, wenn jemand eine andere Person fortlaufend beobachtet, versucht, Begegnungen herbeizuführen, oder deren Privatsphäre nicht respektiert. Informationen im Internet können dies erleichtern, insbesondere wenn Aufenthaltsorte, Arbeitsplätze und Alltagsroutinen bereits öffentlich geteilt wurden.

Sie ist außerdem der Ansicht, dass der Begriff selbst mitunter zu leichtfertig verwendet wird. Menschen scherzen darüber, Prominente zu „stalken“, oder verbringen Stunden damit, durch die sozialen Medien einer anderen Person zu scrollen, obwohl reales Stalking Betroffene verängstigen und ihnen im Alltag das Gefühl geben kann, ständig beobachtet zu werden.

Wie sie es formulierte: „Stalking darf niemals normalisiert werden. Es ist nicht lustig und nicht gesund.“

Frauen berichten häufiger davon, Stalking erlebt zu haben. Zahlen des ONS für das Jahr bis März 2024 zeigen, dass 20,2 Prozent der Frauen seit ihrem 16. Lebensjahr mindestens einmal davon betroffen waren, verglichen mit 8,7 Prozent der Männer.

Amy, die Hauptfigur in Eyes On You, arbeitet als Kellnerin in einem heruntergekommenen Nudelrestaurant. Ihr Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als Oliver Harrington, ein wohlhabender Banker, das Lokal betritt. Die Autorin nutzt ihre Beziehung, um zu zeigen, wie schnell starke Anziehung in Besessenheit umschlagen kann.

Die Recherchen für das Buch veränderten auch ihre eigene Sicht auf soziale Medien, insbesondere darauf, wie viel Fremde anhand von Informationen herausfinden können, die über verschiedene Konten hinweg zurückbleiben.

Eyes On You erschien im Vereinigten Königreich am 27. August.

Quellen: Daily Express, Office for National Statistics, Crown Prosecution Service, offizielle Website der Autorin.