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Gigantisches grünes Glücksspiel: Rotterdams neues Wahrzeichen ist alles andere als gewöhnlich

Rotterdam skyline along the Nieuwe Maas, led by the 215-meter-high Zalmhaventoren, the tallest building in the Netherlands
Darryl Brooks / Shutterstock.com

Ein unkonventionelles Projekt am Wasser soll Tourismus mit Umweltbildung verbinden. Seine endgültige Gestaltung wird darüber entscheiden, wie sehr die fertige Attraktion dem ambitionierten Konzept entspricht, das der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Eine große Attraktion ist an der Maas geplant, dem Fluss, der durch Rotterdam fließt und Teil des Rhein-Maas-Deltas ist. Das Projekt ist als Ensemble riesiger künstlicher Felsformationen konzipiert, die mit Vegetation bedeckt sind.

Das niederländische Architekturbüro MVRDV wurde mit der Entwicklung des Projekts beauftragt, nachdem es einen Wettbewerb gewonnen hatte, bei dem nach einem „neuen Weltwunder“ gesucht wurde, berichtet The Guardian.

Der niederländische Unternehmer Don Ritzen ist eng mit der Initiative verbunden. Bekannt wurde er durch Rockstart, einen Risikokapitalfonds mit Schwerpunkt auf Start-ups im Bereich grüner Technologien, und er engagiert sich bei der gemeinnützigen Organisation Shift.

Umweltgedanken prägen die Pläne

Das mit 240 Millionen Euro veranschlagte Projekt soll Elysium umfassen, eine immersive Attraktion mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. The Guardian berichtet von erwarteten Eintrittspreisen zwischen 20 und 45 Euro. Zu den Zielgruppen sollen Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen gehören.

Geplant sind außerdem ein Hotel, ein Konferenzzentrum, ein Gastronomiebereich und eine Aussichtsplattform. Das Projekt soll zum zentralen Bestandteil von Waterkant werden, einem größeren Stadtentwicklungsprojekt am südlichen Rotterdamer Ufer. Das Gelände war zuvor als möglicher Standort für ein neues Fußballstadion von Feyenoord in Betracht gezogen worden.

Die Wettbewerbsbilder von MVRDV zeigen übereinandergestapelte, felsartige Formen, die von üppiger Bepflanzung umgeben sind. Ein ursprünglich vorgesehenes Wasserfallelement wurde bereits gestrichen, berichtet The Guardian. Dies zeigt, dass sich der Entwurf im Zuge der weiteren Planung verändert.

Rotterdam ist seit Langem für architektonische Experimente bekannt, insbesondere seit dem umfassenden Wiederaufbau nach der Zerstörung großer Teile der Stadt im Zweiten Weltkrieg.

Früheres Projekt sorgt für kritische Blicke

MVRDVs Marble Arch Mound in London drängt sich als Vergleich geradezu auf. Der temporäre, bepflanzte Hügel war von Kostenüberschreitungen, Bauproblemen und Kritik begleitet, nachdem sein fertiges Erscheinungsbild nicht mit den üppig begrünten Werbebildern mithalten konnte.

Der niederländische Architekturhistoriker Wouter Vanstiphout hat zudem das Verhältnis zwischen den ökologischen Ambitionen des Rotterdamer Projekts und dem Umfang der dafür erforderlichen Neubauten infrage gestellt.

Auch die Lage verleiht dem Projekt eine zusätzliche Dimension. Große Teile Rotterdams liegen unter dem Meeresspiegel, und mehr als die Hälfte der Landfläche der Niederlande ist hochwassergefährdet.

Der Rotterdamer Entwurf befindet sich weiterhin in der Entwicklung. Da der Wasserfall bereits gestrichen wurde, könnten weitere Änderungen folgen, während MVRDV den Wettbewerbsentwurf in ein Bauwerk überführt, das tatsächlich am Wasser realisiert werden kann.

Quellen: The Guardian