Startseite Welt Trump setzt Falklandinseln als Druckmittel ein und stellt US-Unterstützung infrage

Trump setzt Falklandinseln als Druckmittel ein und stellt US-Unterstützung infrage

Donald Trump, Dr. Anthony Fauci
The White House from Washington, DC, Public domain, via Wikimedia Commons

Donald Trump droht, eine jahrzehntealte Allianz zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich auf den Kopf zu stellen.

Alte Allianzen stützen sich auf eine gemeinsame Geschichte und gegenseitiges Vertrauen, um turbulente Zeiten zu überstehen.

Doch wenn eine neue Regierung ins Weiße Haus einzieht, können diese ungeschriebenen Regeln über Nacht verschwinden.

Ein abgelegenes Territorium ist nun in ein massives diplomatisches Tauziehen geraten.

Eine besondere Beziehung

Donald Trump droht, eine jahrzehntealte Allianz zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich auf den Kopf zu stellen. Er überdenkt offen die amerikanische Unterstützung für die britische Kontrolle über die Falklandinseln.

Laut The Daily Express könnte der plötzliche Schritt die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Nationen erheblich belasten. Als Reporter im Weißen Haus den Präsidenten nach seiner Haltung zu dem Territorium fragten, ließ er sich alle Optionen offen.

„Ich überprüfe immer jede Position, das ist nur eine von vielen“, sagte Trump der Presse.

Druck auf die Verteidigungsausgaben

Das politische Manöver scheint eine direkte Taktik zu sein, um die neue britische Regierung zu zwingen, ihr Portemonnaie zu öffnen. Washington möchte, dass London die Militärausgaben drastisch erhöht.

Ein ungenannter amerikanischer Beamter teilte The Telegraph mit, dass das Weiße Haus erwarte, Großbritannien solle fünf Prozent seiner gesamten Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben. Sollte das Vereinigte Königreich dieses massive Ziel nicht erreichen, könnten die USA ihre Unterstützung für das Überseegebiet formell einstellen.

Der Streit um den südatlantischen Archipel hat eine blutige Geschichte. Politische Spannungen zwischen Großbritannien und Argentinien mündeten 1982 in einen brutalen 74-tägigen Krieg, der mit der Kapitulation der argentinischen Streitkräfte endete.

Heute nehmen die Vereinigten Staaten eine neutrale Position hinsichtlich der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse der Inseln ein. Doch der derzeitige argentinische Präsident ist ein enger Verbündeter Trumps, was der südamerikanischen Nation neue Hoffnung gibt.

Großbritannien bleibt standhaft

Britische Beamte weigern sich, den finanziellen Drohungen nachzugeben. Am Wochenende bestand die Regierung darauf, dass die Inseln stets britisch bleiben werden.

Ein Regierungssprecher verteidigte das aktuelle Militärbudget in einer von The Independent veröffentlichten Erklärung.

„Das Vereinigte Königreich spielt eine zentrale Rolle in der NATO und stärkt die kollektive Verteidigung in ganz Europa. Wir sind der drittgrößte Geldgeber der NATO im Verteidigungsbereich und das einzige europäische NATO-Mitglied, das seine nukleare Abschreckung der Allianz zur Verfügung stellt“, so der Sprecher.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Washington die Inseln als diplomatisches Druckmittel eingesetzt hat. Laut The Daily Express deutete eine im April durchgesickerte Pentagon-E-Mail an, die USA könnten ihre Unterstützung zurückziehen, um Großbritannien für die mangelnde Unterstützung amerikanischer Militäroperationen im Iran zu bestrafen.

Quellen: The Daily Express, The Telegraph, The Independent