Er öffnete auch die Tür für Gespräche.
Internationale Gipfeltreffen sind oft Schauplatz, auf dem Staats- und Regierungschefs großspurig von Harmonie sprechen, während ihre tatsächliche Politik in die entgegengesetzte Richtung weist.
Genau dieses Paradoxon spielte sich gerade in Zentralasien ab.
Die jüngsten Äußerungen eines prominenten Staatschefs zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen Worten und Taten.
Eine überraschende Erklärung
Der russische Präsident Wladimir Putin nahm am Dienstag an einem Gipfeltreffen in Bischkek, Kirgisistan, teil. Er nutzte das Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, um eine unerwartete Erklärung zum andauernden Konflikt abzugeben.
Laut Reuters, zitiert von WP, behauptete der Staatschef, Moskau wolle die Kämpfe beenden. „Wir wollen den Krieg beenden und einen dauerhaften und vollständigen Frieden in der gesamten Ukraine und in Europa erreichen“, sagte er Reportern.
Er öffnete auch die Tür für Gespräche. „Wir sind bereit, uns an diesem Verhandlungsprozess mit jedem zu beteiligen, der einen solchen Willen äußert“, fügte Putin hinzu.
Reuters merkte an, dass diese Äußerungen seine detailliertesten öffentlichen Gedanken zur Invasion seit mehreren Wochen darstellten.
Eingeständnis realer Schäden
Die Pressekonferenz enthielt ein seltenes Eingeständnis. Putin räumte ein, dass ukrainische Drohnenangriffe innerhalb der russischen Grenzen tatsächlichen Schaden angerichtet haben.
Diese ferngesteuerten Angriffe stellen nun eine ernste Herausforderung für seine Regierung dar. Es war ein ungewöhnlicher Moment der Transparenz hinsichtlich der innenpolitischen Auswirkungen des Konflikts.
Dennoch zeigte sich der Präsident äußerst zuversichtlich hinsichtlich seiner Streitkräfte auf dem Schlachtfeld.
„Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Feind zusammenbrechen wird“, erklärte er unmissverständlich.
Vorbereitung neuer Angriffe
Diese zuversichtlichen Worte kollidierten schnell mit seinen früheren Aufrufen zur globalen Harmonie. Fast unmittelbar nachdem er Frieden vorgeschlagen hatte, bestätigte der russische Staatschef Pläne für weitere Gewalt.
Moskau beabsichtigt, seine Offensivoperationen gegen die Städte Slowjansk und Kramatorsk fortzusetzen. Die Militärstrategie bleibt zutiefst aggressiv.
Gleichzeitig bereitet die Regierung massive neue Bombardierungen gegen das ukrainische Energienetz vor.
Dementi von Einberufungsgerüchten
Reporter befragten den Politiker auch zu weit verbreiteten Gerüchten über eine neue militärische Einberufung. Spekulationen sind in letzter Zeit aufgekommen, dass Russland plant, seine Truppenzahl für die Frontlinien schnell zu erhöhen.
Putin wies diese Berichte entschieden zurück. Er bezeichnete die Mobilisierungsansprüche als „vollständigen Unsinn“ und nannte sie einen organisierten „Informationsangriff“, der auf seine Nation gerichtet sei.
Der Gipfel bot einen freundlichen Rahmen für diese Äußerungen. Der internationale Block umfasst zehn Mitgliedstaaten, darunter Regionalmächte wie China und Indien.
Quellen: Reuters, russische Medien