Gloria Steinem, die ikonische feministische Pionierin und Journalistin, ist im Alter von 92 Jahren gestorben.
Die feministische Pionierin ist am Mittwoch im Alter von 92 Jahren in ihrer Wohnung in New York verstorben, wie ihre Stiftung in den sozialen Medien mitteilte.
Ihre letzten Augenblicke verbrachte sie im Kreise ihrer Familie und enger Freunde.
Steinem widmete mehr als 50 Jahre dem Abbau von systematischem Sexismus in den gesamten USA.
Ihre journalistische Karriere nahm in New York Fahrt auf, nachdem sie verdeckt ermittelt hatte, um über das harte Umfeld zu berichten, dem arbeitende Playboy-Bunnies ausgesetzt waren.
1972 gründete sie das Magazin „Ms.“ mit und veränderte damit die Medienlandschaft weg von Standardthemen wie „Haushalt und Schönheit“ hin zu drängenden politischen und gesellschaftlichen Debatten.
Ihr Aktivismus wurde bald zum Anker für das breitere Streben nach Gleichberechtigung.
In den 1970er-Jahren führte sie Kampagnen für gleiches Entgelt, gleichgeschlechtliche Ehe und reproduktive Freiheit an.
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama würdigte ihr lebenslanges Engagement im Jahr 2013 mit der Verleihung der Presidential Medal of Freedom, wie die BBC berichtet.
Bekundungen der Anteilnahme
Nach der Bekanntgabe ihres Todes am Donnerstag strömten in den sozialen Medien zahlreiche Beileidsbekundungen ein.
Prominente Persönlichkeiten und enge Freunde würdigten ihre unermüdliche Arbeit und ihre persönliche Wärme.
„Gloria war im Herzen eine Optimistin“, sagte die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton am Donnerstag gegenüber „CBS Mornings“.
„Ihr Aktivismus wurzelte im Optimismus, und das ist eine moralische Entscheidung, die sie jeden Tag getroffen hat.“
Auch Meghan Markle würdigte sie auf Instagram und beschrieb Steinem als geschätzte Freundin und Mentorin.
Laut BBC dachte Markle über ihre persönliche Bindung nach, teilte Erinnerungen an formlose Gespräche bei einer Tasse Tee und hob ein Erinnerungsarmband hervor, das mit Steinems Motto graviert war: „Wir sind miteinander verbunden, nicht ranggeordnet.“
Bis zuletzt hielt Steinem ihre Türen für lokale Aktivistentreffen offen. Ihr letztes literarisches Projekt, das bevorstehende Buch „An Unexpected Life“, dient als Abschiedsgeschenk an die Bewegung, die sie mit aufgebaut hat.
Aufbau einer politischen Bewegung
Steinems Einfluss reichte weit über ihren Journalismus hinaus. 1971 gründete sie zusammen mit Betty Friedan, Shirley Chisholm und Bella Abzug den National Women’s Political Caucus, um der wachsenden Frauenbewegung zu einer stärkere politischen Präsenz zu verhelfen.
Laut Associated Press blieb sie auch über Jahrzehnte hinweg öffentlich aktiv und reiste noch bis weit in ihre 80er-Jahre hinein zu Universitätscampussen, Gemeindezentren, Kundgebungen und Märschen.
Selbst als sich ihr körperlicher Gesundheitszustand in ihren letzten Lebensjahren verschlechterte, sprach Steinem weiterhin über die Gleichberechtigung der Frau und reproduktive Rechte und wahrte so die öffentliche Präsenz, die sie zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten des amerikanischen Feminismus gemacht hatte.