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Drohnen halten Einzug in den Wald, während die Baumpflanzung Fahrt aufnimmt

Drone planting a tree
NIBIO

Neue Maschinen und immer detailliertere Daten verändern die Organisation der Forstarbeit. Experimentelle Systeme in den regulären Einsatz zu überführen, bleibt jedoch eine Herausforderung.

Ein norwegisch-dänisches Forschungsteam testet SkyPlanter, ein Drohnensystem, das junge Bäume direkt in den Waldboden pflanzen soll. Die Technologie wurde von NIBIO gemeinsam mit der Süddänischen Universität entwickelt und befindet sich noch im Prototypstadium. Zu einer kommerziell einsetzbaren Pflanzmaschine wurde sie bislang nicht weiterentwickelt.

Forscher von NIBIO zufolge kann die aktuelle Version sieben Setzlinge gleichzeitig transportieren, während ein kommerziell tragfähiges Modell Platz für annähernd 25 bieten müsste. Das System stößt zudem an physische Grenzen. Harter Boden kann problematisch sein, da das Fluggerät nur begrenzt Kraft ausüben kann. Außerdem wird weiterhin ein Pilot am Boden benötigt, um den Einsatz zu steuern.

Die Drohne landet an einer ausgewählten Pflanzstelle, setzt den Setzling mithilfe ihrer Ausrüstung in den Boden und hebt anschließend wieder ab. Das potenzielle Ausmaß der Aufgabe ist beträchtlich: Im Jahr 2024 wurden in Norwegen mehr als 48 Millionen Forstsetzlinge gepflanzt.

Das Interesse an leichterer Pflanzausrüstung hängt zum Teil mit den Bedingungen in der norwegischen Forstwirtschaft zusammen. Steiles Gelände und kleinere Forstflächen können den Einsatz und den Transport schwerer Maschinen erschweren.

NIBIO erklärte 2025, dass die Entwicklung von SkyPlanter voraussichtlich bis zum Herbst 2026 fortgesetzt werde. Die Forscher untersuchten dabei, wie das System langfristig einer kommerziellen Nutzung nähergebracht werden könnte.

Drohnen kartieren den Wald

Rasmus Astrup, Forschungsdirektor bei NIBIO, sagte gegenüber NRK, dass für eine effiziente Pflanzung wahrscheinlich mehrere gemeinsam arbeitende Drohnen erforderlich seien, anstatt sich auf ein einziges Fluggerät zu verlassen.

Die Forscher haben auch einen höheren Grad an Autonomie in Betracht gezogen, darunter Systeme, bei denen mehrere Drohnen die Pflanzung in größeren Waldgebieten mit weniger direkter menschlicher Steuerung koordinieren könnten.

Dieselbe Technologie wird nicht nur für die Pflanzung eingesetzt. Der NIBIO-Forscher Johannes Rahlf nutzt mit Sensoren ausgestattete Drohnen, die Messdaten wie Baumhöhe und Stammdurchmesser erfassen.

Künstliche Intelligenz kann diese Informationen anschließend verarbeiten, um einzelne Bäume zu identifizieren und ein detaillierteres Bild vom Zustand des Waldes zu liefern. Für Waldbesitzer können solche Daten dabei helfen, besser zu verstehen, was in einem bestimmten Gebiet wächst und wo eine genauere Beobachtung erforderlich sein könnte.

Auch am Boden werden digitale Daten erfasst. Bei Glommen Mjøsen Skog in Norwegen wählt Anne Guri Kløvstad aus, ob sie Fichten oder Kiefern pflanzt, und erfasst nach dem Einsetzen jedes Setzlings dessen GPS-Position.

Laut NRK können die erfassten Daten dabei helfen, von Fäule betroffene Gebiete zu lokalisieren und spätere Entscheidungen darüber zu unterstützen, welche Baumarten sich für bestimmte Standorte besser eignen.

Diese Systeme von Forschungsprojekten zu Werkzeugen weiterzuentwickeln, die in der Branche in großem Maßstab eingesetzt werden, bleibt eine Herausforderung. Norges Skogeierforbund zufolge verfügt Norwegen bereits über beträchtliches Fachwissen im Bereich Forstdaten und luftgestütztes Laserscanning. Allerdings gibt es vergleichsweise wenige Unternehmen, die Forschung, forstwirtschaftliche Praxis und Investitionen miteinander verbinden.

Die Organisation hat daher eine leistungsfähigere Dateninfrastruktur und mehr Pilotprojekte gefordert, in denen neue Systeme unter praktischen Bedingungen getestet werden können, bevor sie in größerem Umfang eingeführt werden.

Quellen: NRK; NIBIO; Norges Skogeierforbund; Süddänische Universität