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US-Gesandte: Putin ist zu Friedensgesprächen bereit – aber erst in einem Monat

putin
Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Sie enthüllten, dass Moskau offen für neue Gespräche zu sein scheine, Putin aber noch nicht bereit sei.

Hochrangige Diplomatie nimmt hinter verschlossenen Türen oft unerwartete Wendungen.

Wenn Friedensgespräche stocken, können selbst routinemäßige innenpolitische Ereignisse neue Möglichkeiten für einen erneuten Dialog eröffnen.

Eine wichtige Parlamentswahl in Moskau könnte bald die Bühne für die nächste Phase internationaler Konsultationen bereiten.

Ein neues Zeitfenster

Die amerikanischen Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner informierten am 6. September bei hochrangigen Treffen in Kiew europäische und ukrainische Partner. Sie enthüllten, dass Moskau nach seiner Parlamentswahl später in diesem Monat offen für neue Gespräche zu sein scheine.

Die Wahlen zur russischen Staatsduma sollen zwischen dem 18. und 20. September stattfinden.

Laut Le Figaro, zitiert von United24Media, nahmen diplomatische Vertreter aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Deutschland zusammen mit ukrainischen Beamten an der Unterrichtung teil. Gemeinsam arbeiteten sie daran, den Rahmen und den Zeitplan für bevorstehende Gespräche zu koordinieren.

Vertreter der französischen Präsidialverwaltung bestätigten die Neuigkeit während einer telefonischen Pressekonferenz. „Die Amerikaner informierten uns, dass Russland nach den Dumawahlen wieder zu Verhandlungen bereit sei und dass in diesem Kontext Vorbereitungen für eine neue Verhandlungsphase getroffen werden sollten“, erklärten französische Beamte.

Langsamer Fortschritt vor Ort

Diese diplomatische Entwicklung folgt auf ein dreistündiges Treffen in Moskau zwischen den amerikanischen Gesandten und dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Diese Sitzung endete ohne einen sofortigen Durchbruch. Russische Streitkräfte setzen ihre umfassende Invasion der Ukraine fort.

Putin bleibt entschlossen, die gesamte Region Donezk zu erobern, ein militärisches Ziel, das seine Streitkräfte seiner Meinung nach innerhalb von sechs Monaten erreichen können. Unabhängige Analysen deuten jedoch auf eine völlig andere Realität vor Ort hin.

Berechnungen des Institute for the Study of War zeigen, dass russische Truppen nur 2,36 Quadratkilometer pro Tag vorrücken. Bei diesem langsamen Tempo würde die Einnahme der verbleibenden 19 % der Region bis Oktober 2032 dauern.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow merkte an, dass Putin möglicherweise ein Telefongespräch mit Donald Trump führen könne. Dennoch erklärte Peskow, es sei noch zu früh, um konkrete Termine für Dreiergespräche festzulegen. Trotzdem berichtete Witkoff von erheblichen Fortschritten nach seinen Folgekonsultationen in Kiew.

Quellen: Le Figaro, United24 Media, Institute for the Study of War