Startseite Krieg Paranoider Putin: Leibwächter-Armee seit Kriegsbeginn zum vierten Mal aufgestockt

Paranoider Putin: Leibwächter-Armee seit Kriegsbeginn zum vierten Mal aufgestockt

Vladimir Putin
Skärmdump / YouTube

Die Überwachung des Staatschefs hat neue Dimensionen erreicht.

Wenn sich die Macht in den Händen eines einzelnen Herrschers konzentriert, wird Vertrauen zu einem seltenen Luxus.

Die Geschichte zeigt, dass diejenigen, die an der Spitze stehen, ihre eigenen Verbündeten oft weit mehr fürchten als jeden entfernten Feind.

Diese alte Angst scheint im Kreml ein leises Comeback zu feiern.

Wachsende Leibwächter-Armee

Wladimir Putin hat seinen persönlichen Personenschutz erneut erweitert. Nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur WP erhöhte ein neues Präsidialdekret die Personalobergrenze des Hauptquartiers des Föderalen Schutzdienstes auf 812 Mitarbeiter.

Dies ist das vierte Mal, dass die Behörde seit Beginn des Krieges in der Ukraine aufgestockt wurde. Vor der Invasion war die Einheit fast dreizehn Jahre lang unverändert geblieben.

Die Erweiterung spiegelt eine wachsende Obsession mit physischer Sicherheit wider. Berichte der Financial Times enthüllten, dass Sicherheitsteams die Protokolle um Putin verschärften, während der russische Staatschef seine Besuche in seiner berühmten Resort-Datscha in Sotschi drastisch reduzierte.

Stattdessen verlässt er sich nun stark auf unterirdische Bunker und befestigte Anlagen.

Schatten der Geschichte

Die Überwachung des Staatschefs hat neue Dimensionen erreicht. Berater sind nun strengen Beschränkungen bei der Telefonnutzung in seiner Nähe unterworfen, während interne Geheimdienste seinen engsten Kreis genau überwachen.

Diese Vorsichtsmaßnahmen entspringen einer tiefen Paranoia, die in der russischen Geschichte verwurzelt ist. Von der Erdrosselung Kaiser Pauls I. in seinem Schlafzimmer bis zum mysteriösen Tod sowjetischer Führer – Machtwechsel in Moskau kommen oft von innen.

Der jüngste Flugzeugabsturz des Söldnerführers Jewgeni Prigoschin und der Tod des Oppositionsführers Alexej Nawalny im Gefängnis haben deutlich gemacht, wie gefährlich hochriskante Rivalitäten sein können.

Prigoschin zeigte, dass ein vertrauter Insider mit Truppen innerhalb weniger Stunden auf Moskau zumarschieren kann.

Angst vor dem inneren Kreis

Ukrainische Drohnenangriffe auf russischem Territorium haben die Alarmbereitschaft sicherlich erhöht. Doch die wahre Gefahr für den Kreml-Chef fliegt möglicherweise nicht über seinen Kopf hinweg.

Putin baute sein Regime auf einem empfindlichen Gleichgewicht zwischen rivalisierenden Sicherheitsbehörden, Militärführern und reichen Oligarchen auf. Jahrzehntelang stellte er sicher, dass keine einzelne Fraktion seine Autorität herausfordern konnte.

Der Krieg hat diese Dynamik komplett verändert. Generäle und Geheimdienstchefs verfügen nun über beispiellosen Einfluss, Geld und Männer.

Und in einem System, das auf totaler Kontrolle basiert, sind die Männer, die dem Thron am nächsten stehen, oft diejenigen, die man im Auge behalten muss.

Quellen: WP, Financial Times