Trump bemerkte die sichtbaren Lücken vom Podium aus und wetterte.
Politische Versammlungen sollen Schwung für eine bevorstehende Wahl erzeugen.
Doch wenn ein großes politisches Spektakel viel länger dauert als erwartet, wird es zu einer echten Loyalitätsprobe, die Energie der Menge aufrechtzuerhalten.
Auf dem Weg zu den Ausgängen
Tausende konservative Delegierte strömten nach Dallas zu einem beispiellosen Zwischenwahl-Parteitag in der American Airlines Arena. Sie jubelten laut, als Präsident Donald Trump die Bühne betrat, begleitet von der traditionellen Hymne „God Bless the USA“.
Diese Begeisterung hielt laut The Irish Star nicht lange an. Als Trumps Rede die Dreißig-Minuten-Marke überschritt, begannen die in Wahlkampfartikel gekleideten Teilnehmer, ihre Mobiltelefone zu überprüfen, und kleine Gruppen machten sich auf den Weg zu den Gängen.
Nach neunzig Minuten verwandelte sich das Rinnsal der Abwandernden in Scharen von Menschen, die zu den Ausgängen eilten. Ordner riefen den Delegierten von der anderen Seite des Raumes zu, sie sollten ihre Plätze einnehmen, während ein Wachmann die Gäste warnte, dass Trump „sehr verärgert“ wäre, wenn er einen leeren Raum sähe.
Flehen an die Fans
Trump bemerkte die sichtbaren Lücken vom Podium aus und wetterte gegen Journalisten. Er erinnerte an eine frühere Kundgebung und beschwerte sich über den New York Times-Reporter Shawn McCreesh, indem er darauf bestand, dass „der Ort voll ist“ und „niemand gegangen ist“.
Anschließend bot er einen kreativen Grund dafür an, warum die Leute ihre Plätze verließen. Er argumentierte, dass die abreisenden Gäste lediglich kurze persönliche Pausen machten, und er warnte die Menge, dass Reporter Bilder von leeren Stühlen machen würden, um eine bestimmte Erzählung zu konstruieren.
„Er geht auf die Toilette. Er ist in zwei Minuten zurück“, sagte Trump über einen abreisenden Teilnehmer. Dann fügte er hinzu: „Also bitte, wenn es Ihnen nichts ausmacht, soll niemand auf die Toilette gehen.“
Schwindendes TV-Publikum
Der Mangel an Engagement reichte weit über die Mauern der Arena in Dallas hinaus. Große Fernsehsender schalteten schnell von der Rede weg, wobei CNN etwa fünfzehn Minuten lang sendete, bevor es zu einer Studiopaneldiskussion zurückkehrte.
Fernsehsender wie NBC entschieden sich, geplante Sendungen, einschließlich Football, zu zeigen, sodass Fox News das einzige große Medium war, das die Rede vollständig übertrug. Auch Online-Streams verzeichneten geringes Interesse und zogen nur wenige Tausend gleichzeitige Zuschauer an.
Die Organisatoren hatten das Treffen in Texas ursprünglich als historischen Meilenstein bezeichnet, wobei Parteifunktionär Joe Gruters versprach, dass die Veranstaltung „ein Trump-a-Palooza“ sein würde. Dennoch entschieden sich mehrere hochkarätige Kandidaten, den Parteitag ganz zu umgehen, unter Verweis auf Terminkonflikte und hohe Teilnahmekosten.
Quellen: The Irish Star, RNC Livestream