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Immer weniger Augen und Ohren in Moskau: Westliche Korrespondierende verlassen Russland

Immer weniger Augen und Ohren in Moskau: Westliche Korrespondierende verlassen Russland
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Westliche Medien haben ihre Präsenz in Russland stark reduziert, Korrespondierende arbeiten nur noch vereinzelt vor Ort. Die Folgen reichen über den Journalismus hinaus.

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Im Mittelpunkt steht die Frage, was es bedeutet, wenn ein globaler Machtfaktor zunehmend aus der unmittelbaren Berichterstattung verschwindet.

Abnehmende Vielfalt

Über Jahre war Moskau ein zentraler Standort internationaler Medien. Heute ist davon kaum etwas geblieben. Nach Darstellungen des finnischen Rundfunks Yle arbeiten nur noch wenige westliche Journalisten dauerhaft in der russischen Hauptstadt, während viele Redaktionen ihre Büros geschlossen haben.

Diese Entwicklung entspricht einem breiteren europäischen Trend. Auch andere Medien berichten von Rückzügen, temporären Einsätzen statt fester Stellen und wachsender Abhängigkeit von lokalen Mitarbeitern oder Berichterstattung aus dem Ausland.

Erfahrene Ausnahmen

Zu den verbliebenen Korrespondenten zählen vor allem sehr erfahrene Journalisten. Einer von ihnen ist der Norweger Jan Kruse, der seit den frühen 1990er-Jahren über Russland berichtet. Seine langjährige Erfahrung gilt als Voraussetzung, um unter den heutigen Bedingungen arbeiten zu können.

Gleichzeitig ist selbst diese Erfahrung kein Schutz vor Unsicherheit. Kurzfristige Visa, unklare Verlängerungen und politische Spannungen bestimmen den Alltag ausländischer Reporter.

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Politischer Druck

Akkreditierungen werden zunehmend zum politischen Instrument. Wie sowohl Yle als auch die Tagesschau darlegen, verloren Ende 2024 zwei Mitarbeiter der deutschen ARD ihre Arbeitsgenehmigung in Moskau. Russland sprach von einer „Vergeltungsmaßnahme“, Berlin wies diese Darstellung zurück.

Der Vorgang zeigt, wie eng journalistische Arbeit inzwischen mit diplomatischen Konflikten verknüpft ist. Planungssicherheit existiert kaum noch.

Schweigende Gesellschaft

Neben staatlichen Hürden verändert sich auch das Umfeld. Gesprächspartner ziehen sich zurück, Interviews werden abgesagt, Kontakte brechen ab. Ausländische Journalisten berichten, dass Menschen aus Angst vor Konsequenzen nicht mehr öffentlich sprechen wollen.

Kruse fasste seine Lage so zusammen: „Die Arbeit hier ist schwierig und belastend. Dennoch bin ich der Meinung, dass man jetzt, mehr denn je, hier sein muss.“

Folgen für Europa

Der Vorsitzende des Verbands der Russland-Korrespondenten, Haukur Hauksson, warnte laut Yle vor einem wachsenden Informationsdefizit. Nur noch ein Bruchteil der früheren Auslandsjournalisten sei in Moskau präsent.

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Damit wird Russland zunehmend zu einem der am schlechtesten direkt beobachteten Machtzentren Europas – mit Konsequenzen für Öffentlichkeit, Politik und das gegenseitige Verständnis.

Quellen: Yle, Tagesschau