Ein maritimer Zwischenfall im Atlantik zieht Washington und Moskau zu einem heiklen diplomatischen Zeitpunkt in seinen Bann.
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Im Mittelpunkt steht ein Öltanker, dessen Reise rechtliche Auseinandersetzungen und politische Spannungen ausgelöst hat.
Der Vorfall entwickelt sich zu einem Zeitpunkt, an dem die Bemühungen um eine Eindämmung des Krieges in der Ukraine andauern, und wirft die Frage auf, ob Ereignisse auf See größere Verhandlungen beeinflussen könnten.
Formelle Forderung übermittelt
Russland hat die Vereinigten Staaten formell aufgefordert, die Verfolgung eines Öltankers einzustellen, der derzeit von der US-Küstenwache beobachtet wird.
Das Ersuchen wurde in dieser Woche an das US-Außenministerium übermittelt, wie die New York Times berichtete.
Das Schiff ist auf dem Weg nach Venezuela und transportiert iranisches Rohöl, so die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute US-Beamte.
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Amerikanische Behörden hatten den Tanker etwa zwei Wochen lang verfolgt, bevor sich die Lage zuspitzte.
Ein Schiff auf der Flucht
Der Tanker trug ursprünglich den Namen Bella 1 und wurde inzwischen in Mariner umbenannt.
Während der Verfolgung ignorierte die Besatzung Anweisungen der US-Küstenwache und änderte den Kurs, berichtete die New York Times.
Kurz darauf begann das Schiff, eine russische Flagge am Rumpf zu zeigen. US-Beamte erklärten, dieser Schritt habe offenbar dem Ziel gedient, den Schutz Moskaus zu erlangen.
„The ship is trying to gain Russian protection, although this is unlikely under international law,“ sagten US-Beamte der Zeitung.
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Rechtliche Grauzone
Washington betrachtet den Tanker als staatenloses Schiff und argumentiert, dass er zuvor unter falscher Flagge operiert habe, bevor er seine Registrierung auf Russland geändert habe.
Das Weiße Haus lehnte es ab, sich öffentlich zu der laufenden Verfolgung zu äußern.
US-Vertreter betonen, dass der Tanker trotz der Einwände Moskaus weiterhin amerikanischen Durchsetzungsmaßnahmen unterliege.
Der Fall folgt auf frühere US-Beschlagnahmungen von zwei weiteren Tankern in der Karibik im Rahmen der Bemühungen, Venezuelas Ölexporte zu begrenzen.
Größere Auswirkungen
Der Zeitpunkt der russischen Forderung fällt mit den Versuchen von US-Präsident Donald Trump zusammen, eine Vereinbarung zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln.
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Beobachter sagen, der Streit um den Tanker könnte die ohnehin fragilen Gespräche weiter verkomplizieren.
Fortschritte in den Verhandlungen sind bislang begrenzt, insbesondere bei Sicherheitsgarantien und territorialen Fragen.
Ein US-Beamter beschrieb die übergeordnete Politik so: „Our goal is to put pressure on the Maduro government by restricting its oil exports.“
Quellen: The New York Times, US-Beamte, WP