Ein ungewöhnlich strenger Winter hat große Teile des Finnischen Meerbusens mit dichtem Eis bedeckt, den Schiffsverkehr beeinträchtigt und Russland zu Notmaßnahmen gezwungen.
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Laut der finnischen Nachrichtenagentur STT ist die Lage die ernsteste seit mehr als einem Jahrzehnt, berichtet Money.pl.
Eis bremst Exporte
Die dichte Eisdecke erschwert den Frachtverkehr von russischen Häfen in der Nähe von St. Petersburg und Wyborg, darunter auch Lieferungen von Rohöl und anderen Gütern.
Schiffe ohne verstärkte Rümpfe haben die größten Schwierigkeiten. Russische Eisbrecher eskortieren derzeit Schiffe, denen die erforderliche Eisklassen-Zertifizierung fehlt.
STT berichtet, dass Moskau zusätzliche Eisbrecher in den östlichen Teil des Finnischen Meerbusens entsandt hat, um die Schifffahrtsrouten offen zu halten.
Russische Medien meldeten Anfang des Monats, dass ein ausländisches Schiff beim Wendemanöver unter eisigen Bedingungen am Ölterminal Ust-Luga gegen eine Kaianlage gestoßen sei und dabei einen Kran beschädigt habe.
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Sorgen wegen möglicher Lecks
Finnische Behörden haben Bedenken hinsichtlich der Risiken geäußert, die von älteren Tankern in dem Gebiet ausgehen.
Nach Angaben finnischer Stellen sind einige Schiffe der sogenannten „Schattenflotte“ Russlands veraltet und nicht vollständig für die Navigation in starkem Eis ausgerüstet, was die Gefahr von Unfällen und möglichen Ölverschmutzungen erhöht.
Sollte Öl ins Meer gelangen, könnte die Umwelt über viele Jahre verschmutzt bleiben, da das Einsammeln von Öl aus Eis schwieriger ist als aus Wasser, warnte Ilja Iljin, stellvertretender Kommandeur der finnischen Küstenwache für den Finnischen Meerbusen.
Lebensader Ostsee
Daten der finnischen Grenzschutzbehörde zufolge passieren wöchentlich zwischen 30 und 50 als „Schatten-Tanker“ identifizierte Schiffe den Meerbusen und transportieren russische Brennstoffe, die internationalen Sanktionen unterliegen.
Zu Russlands wichtigsten Ölexporthäfen in der Region zählen Anlagen in der Nähe von St. Petersburg sowie Primorsk und Ust-Luga. Schätzungen zufolge wird rund die Hälfte der russischen Ölexporte über die Ostsee abgewickelt.
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Das Finnische Meteorologische Institut erklärte, die seit Anfang Januar anhaltende Kälteperiode habe zu einer nahezu vollständigen Eisdeckung im östlichen Teil des Meerbusens geführt – eine Situation, wie sie zuletzt im Winter 2010–2011 zu beobachten war.
In Küstengebieten sei die Eisdicke Berichten zufolge etwa doppelt so hoch wie in den vergangenen Jahren und erreiche nahe Helsinki rund 30 Zentimeter sowie in Teilen von Turku und Loviisa mehr als 40 Zentimeter.
Quellen: Money.pl, STT, Finnische Grenzschutzbehörde