Bevor ein Arzttermin vereinbart wird, greifen viele Menschen inzwischen zum Smartphone. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine wachsende Rolle. Das Informationsverhalten rund um Gesundheit verändert sich stark und daraus entstehen neue Angebote.
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Gesundheitsthemen haben sich zu einem festen Bestandteil der Nutzung von ChatGPT entwickelt. Nach Daten aus einer Untersuchung von OpenAI, über die das Deutsche Ärzteblatt berichtet, entfällt mehr als fünf Prozent aller weltweiten ChatGPT-Anfragen auf medizinische Fragen.
Statt Einzelfälle handelt es sich um eine Massenerscheinung. OpenAI spricht von einem erheblichen Teil seiner Nutzerschaft, der regelmäßig Informationen zu Krankheit, Vorsorge oder Fitness abruft. Die Dimensionen zeigen, dass KI für viele Menschen zur ersten Orientierung geworden ist.
Blick in die USA
Besonders aussagekräftig sind die Ergebnisse für die Vereinigten Staaten. Laut OpenAI-Daten haben in den vergangenen Monaten große Teile der erwachsenen Bevölkerung KI im Zusammenhang mit Gesundheit genutzt, wie das Deutsche Ärzteblatt zusammenfasst.
Dabei geht es weniger um Diagnosen als um Vorbereitung und Verständnis. Nutzer informieren sich bei ersten Beschwerden, strukturieren Fragen für Arztgespräche oder versuchen, medizinische Texte besser einzuordnen.
Auffällig ist zudem die Nutzung außerhalb der Ballungsräume. In Regionen mit dünner medizinischer Versorgung greifen Menschen laut OpenAI besonders häufig auf digitale Informationen zurück.
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Mehr als ein Informationsproblem
Diese Entwicklung fällt nicht zufällig in eine Zeit wachsender struktureller Belastungen. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, verweist OpenAI darauf, dass in ländlichen Gebieten seit Jahren medizinische Angebote zurückgehen und administrative Hürden zunehmen.
KI wird damit zu einem Hilfsmittel, um Lücken zu überbrücken und Abläufe verständlicher zu machen. Gleichzeitig wächst das Risiko, dass Informationen ohne ärztliche Einordnung falsch verstanden oder überschätzt werden.
Ein neuer Modus
Vor diesem Hintergrund kündigt OpenAI nun einen eigenen Gesundheitsbereich an. Das Nachrichtenportal Heute.at berichtet über den Start von „ChatGPT Gesundheit“, einem separaten Modus für medizinische Inhalte.
Laut OpenAI wurde das Angebot über zwei Jahre gemeinsam mit 260 Ärzten aus 60 Ländern entwickelt, „um zu verstehen, was eine Antwort auf eine Gesundheitsfrage hilfreich oder potenziell schädlich macht“.
„ChatGPT Gesundheit ist darauf ausgelegt, die medizinische Versorgung zu unterstützen, nicht sie zu ersetzen“, erklärte das Unternehmen laut Heute.at.
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Vorsicht und Perspektive
Der neue Modus startet zunächst begrenzt und wird schrittweise ausgeweitet. In Europa bleibt der Funktionsumfang vorerst eingeschränkt, da zentrale Gesundheitsdaten nicht angebunden sind.
Beide Berichte zeigen: KI verändert den Zugang zu Gesundheitswissen spürbar. Die Verantwortung für medizinische Entscheidungen bleibt jedoch klar bei Fachpersonal.
Quellen: Deutsches Ärzteblatt, Heute.at, OpenAI