Leere Frischwarenregale im einzigen Supermarkt von Longyearbyen haben in Oslo politische Reaktionen ausgelöst. Ausgebliebene Lieferungen nach Spitzbergen zeigen, wie abhängig die arktische Inselgemeinschaft von funktionierenden Transportketten ist. Nun wird nach schnellen Lösungen gesucht.
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Wie der öffentlich-rechtliche Sender NRK berichtet, hat Norwegens Wirtschaftsministerin Cecilie Myrseth kurzfristig ein Treffen mit dem Handelskonzern Coop einberufen. Ziel sei es, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und rasche Transportlösungen zu finden.
Gegenüber NRK betonte Myrseth, dass die Bevölkerung auf Svalbard besonders verwundbar sei. Verzögerungen bei lebenswichtigen Lieferungen müssten daher umgehend gemeldet werden, um früh reagieren zu können.
Abhängige Versorgung
Longyearbyen verfügt nur über einen einzigen Lebensmittelladen. Fällt die regelmäßige Belieferung aus, gibt es kaum Alternativen. Das macht die Gemeinde anfällig für technische oder logistische Störungen.
Nach Angaben von NRK sind derzeit vor allem frische Produkte betroffen. Tiefgekühlte Waren seien zwar verfügbar, doch das Angebot an Frischwaren, Obst und Gemüse sei stark eingeschränkt.
Ursache der Engpässe
Auslöser der Situation ist ein Ausfall im Seetransport. Das Frachtschiff „MS Norbjørn“, das regelmäßig Waren nach Spitzbergen bringt, befindet sich laut NRK in einer Werft. Die Rückkehr verzögert sich, weil benötigte Ersatzteile fehlen.
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Der Geschäftsführer von Coop Svalbard SA, Ronny Strømnes, sagte dem Sender, es sei ungewöhnlich und besorgniserregend, die Bevölkerung nicht wie andere norwegische Geschäfte zuverlässig versorgen zu können.
Kritik aus dem Parlament
Auch im norwegischen Parlament wurde der Fall aufgegriffen. Der Abgeordnete Geir Pollestad forderte laut NRK ein funktionierendes Gesamtsystem für den Warentransport nach Spitzbergen. Staatliche Akteure müssten klare Routinen sicherstellen.
In der Debatte verwiesen sich die zuständigen Minister in der Fragestunde gegenseitig auf ihre Zuständigkeiten sowie auf die Rolle der Post und des staatlichen Vertreters Norwegens auf Svalbard.
Suche nach Lösungen
Die norwegische Post teilte der Zeitung Svalbardposten mit, wie NRK berichtet, dass für Mitte Januar eine Luftfracht geplant sei. Zusätzlich werde geprüft, ob weitere Transportkapazitäten organisiert werden müssen, falls sich die Situation verlängert.
Die aktuelle Lage verdeutlicht, wie stark Wetter, Distanzen und Einzellogistik das tägliche Leben im hohen Norden beeinflussen.
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Quellen: NRK, Svalbardposten