Er galt einst als Symbol für Loyalität und Erfolg auf Russlands Schlachtfeldern.
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Öffentlich gelobt und auf höchster Ebene ausgezeichnet, schien seine Karriere abgesichert.
Das änderte sich abrupt, nachdem er Kritik geäußert hatte.
Ein dekorierter Günstling
Leutnant Suchrab Achmedow erhielt im vergangenen Jahr den Titel „Held Russlands“ für das, was der Kreml laut unabhängigen russischen Medien als seine „militärischen Erfolge im Gebiet Kursk“ bezeichnete.
Wladimir Putin überreichte ihm die Auszeichnung persönlich, lobte die Effektivität des Offiziers und bezeichnete ihn öffentlich als „seinen Helden“.
Zu diesem Zeitpunkt diente Achmedow als Marinekommandeur mit Verantwortung für Küsten- und Bodentruppen und war bereits für seinen harten Ruf während der Kämpfe gegen ukrainische Einheiten bekannt.
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Ruf der Brutalität
Der inzwischen 51-jährige Achmedow hatte sich während Russlands Krieg in der Ukraine ein furchteinflößendes Image aufgebaut. Berichte hoben die Brutalität hervor, mit der er ukrainische Soldaten im Gefecht behandelte.
Trotz früherer operativer Fehlschläge ignorierten die Behörden seine Fehler weitgehend und schienen seine Loyalität und die wahrgenommenen Erfolge auf dem Schlachtfeld höher zu bewerten.
Diese Toleranz endete jedoch, als sich seine Kritik nach innen richtete.
Öffentliche Kritik mit Folgen
Der Wendepunkt kam, als Achmedow den Kreml offen wegen der russischen Verluste im Raum Pokrowsk kritisierte.
Berichten zufolge bezeichnete er die Verluste als „sinnlos“, ein seltener öffentlicher Tadel der russischen Militärführung durch einen hochrangigen Offizier.
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Unabhängige russische Medien berichten, dass diese Kritik seinen Sturz aus der Gunst markierte und einen einstigen Kreml-Favoriten zu einer Belastung machte.
Vorwürfe kehren zurück
Nach seinen Äußerungen wurde Achmedow von seinem Posten entlassen. Berichten zufolge drohen ihm zudem strafrechtliche Ermittlungen.
Der Kreml macht ihn demnach für einen gescheiterten Marineangriff nahe Pokrowsk Ende vergangenen Jahres verantwortlich, bei dem ein mechanisierter Angriff innerhalb weniger Minuten von ukrainischen Kräften zerstört wurde.
Zudem wird ihm die Verantwortung für einen tödlichen Vorfall nahe Kreminna im Jahr 2023 zugeschrieben, als russische Soldaten angewiesen wurden, stundenlang in Formation auf eine „motivierende Ansprache“ zu warten.
Während dieses Zusammenkommens sollen ukrainische Kräfte die Truppen entdeckt und einen Angriff gestartet haben, bei dem viele ums Leben kamen.
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Warnung an andere
Über weite Strecken des Krieges seien Achmedows Verfehlungen übersehen worden, berichten russische Medien, da die Behörden frühere Katastrophen faktisch ignorierten.
Erst nachdem er die Führung öffentlich infrage stellte, seien diese Vorfälle wieder aufgegriffen worden.
Sein Sturz gilt nun als deutliche Warnung an andere innerhalb des russischen Militärs: Brutalität auf dem Schlachtfeld mag toleriert werden, offene Kritik am Kreml jedoch nicht.
Quellen: Unabhängige russische Medien, O2.