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Außergewöhnliches Bauprojekt für Wiens Wasserversorgung

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Wiens Wassersystem bekommt Backup.

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Sauberes Trinkwasser gilt in Wien als selbstverständlich. Doch damit das auch in Zukunft so bleibt, investiert die Stadt seit Jahren in Systeme, die im Hintergrund arbeiten.

Eines dieser Vorhaben wächst derzeit außerhalb der Stadtgrenzen heran – technisch anspruchsvoll, langfristig geplant und bewusst auf Ausfallsicherheit ausgelegt.

Kontrolle vor Kapazität

Noch bevor über Größe oder Volumen gesprochen wird, steht bei dem neuen Speicherprojekt ein Aspekt im Mittelpunkt: Sicherheit. Nach Angaben von Heute wird die Anlage vollständig geschlossen errichtet. Es handelt sich um den den größten geschlossenen Trinkwasserspeicher der Welt.

Der Bau wird laufend überwacht. Besonders bei winterlichen Temperaturen erfolgen regelmäßige Prüfungen von Material und Ausführung.

Zum Einsatz kommen rund 35.000 Kubikmeter Beton. Die städtische Prüfstelle MA 39 begleitet sämtliche Bauphasen.

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Arbeiten unter Bedingungen

Die Baustelle in Neusiedl am Steinfeld ist auch im Winter aktiv. Schnee und Frost erschweren die Arbeiten, der Zeitplan soll dennoch eingehalten werden.

Wiener-Wasser-Direktor Paul Hellmeier verwies laut Heute auf die Verantwortung der beteiligten Teams und betont, dass die Arbeiten trotz der Belastungen planmäßig verlaufen.

Der Speicher entsteht in Neusiedl am Steinfeld in Niederösterreich, außerhalb des Wiener Stadtgebiets.

Eine Frage der Reserve

Künftig soll die Anlage rund eine Milliarde Liter Trinkwasser aufnehmen können, wie Heute berichtet. Diese Menge dient nicht dem täglichen Verbrauch, sondern als strategische Reserve – etwa bei technischen Störungen, Wartungen oder außergewöhnlich hoher Nachfrage.

Je größer diese Reserve ist, desto länger kann die Versorgung ohne Einschränkungen aufrechterhalten werden. Genau diese zusätzliche Zeit gilt als entscheidender Sicherheitsfaktor in komplexen Versorgungssystemen.

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Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky sprach in diesem Zusammenhang von einem langfristigen Schlüsselprojekt für die Wasserversorgung Wiens.

Politische Einordnung

Gemeinsam mit Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál besuchte Czernohorszky die Baustelle. Gaál hob dabei die Rolle verlässlicher Kontrollen hervor und verwies auf die Bedeutung hoher Qualitätsstandards beim Wiener Trinkwasser.

Die Stadt investiert nach eigenen Angaben jährlich rund 130 Millionen Euro in die Wasserinfrastruktur. Hintergrund sind Bevölkerungswachstum, steigender Verbrauch und klimatische Veränderungen.

Teil eines Langzeitplans

Der neue Speicher ist Teil der Strategie „Wiener Wasser 2050“. Ein Drittel der geplanten Maßnahmen ist bereits umgesetzt, weitere Projekte befinden sich in Vorbereitung.

Wiens Trinkwasser wird täglich kontrolliert, jährlich werden rund 70.000 Parameter überprüft. Diese Standards sollen auch künftig unverändert gelten.

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Quelle: Heute