Startseite Krieg “Wir sind Versuchskaninchen”: Experte kritisiert K2-Panzer

“Wir sind Versuchskaninchen”: Experte kritisiert K2-Panzer

Polish army K2 Black Panther MBT 2 tank
Photo by Staff Sgt. Matthew Foster, Public domain, via Wikimedia Commons

Technische Ausfälle können darüber entscheiden, ob Soldaten überleben oder nicht

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Für Besatzungen von Kampfpanzerverbänden ist Vertrauen in ihr Fahrzeug keine Frage des Komforts, sondern eine Frage von Leben und Tod.

Deshalb sorgt die Kritik an Polens neuesten Panzern für Aufmerksamkeit – trotz offizieller Zusicherungen, dass alles unter Kontrolle sei.

Wachsende Flotte

Alle 180 K2-Black-Panther-Panzer, die im Rahmen eines Umsetzungsabkommens von 2022 bestellt wurden, sind bereits an Polen geliefert worden. Das Programm ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen.

Am 1. August 2025 wurde ein zweites Abkommen über weitere 180 Panzer unterzeichnet. Im Rahmen des umfassenderen Vertrags von 2022 könnte Polen letztlich bis zu 1.000 K2 Black Panther erwerben.

Das Verteidigungsministerium stellt die Panzer als zentrale Säule der zukünftigen gepanzerten Streitkräfte Polens dar.

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Kritik eines Experten

Der Militäranalyst und Kolumnist Jarosław Wolski sagt, die operative Realität unterscheide sich deutlich von der offiziellen Darstellung. Auf der Plattform X beschrieb er, was er als gravierende technische Mängel ansieht.

„Die koreanischen Motoren zerfallen wie Weihnachtsbäume an Heilige Drei Könige“, schrieb Wolski. Er sagte, die Anfangsphase des Einsatzes sei problematisch gewesen und ergänzte: „Die Anfänge ihres Betriebs in Polen waren ziemlich schwierig wegen Problemen mit Kraftstoffen und Schmiermitteln.“

Er fügte hinzu, dass die Hoffnung auf Verbesserungen mit der Zeit geschwunden sei. „Nach einer Reihe absolut unnötiger Pannen beim K2GF hoffte ich, das Problem würde verschwinden. Leider ist das nicht der Fall“, schrieb er.

Zunehmende Probleme

Laut Wolski habe das Ausmaß der Ausfälle eher zugenommen als abgenommen. „Die Zahl der Probleme ist inzwischen sehr ernst, und insbesondere Motorüberhitzung sowie Fälle eines vollständigen Festfressens der Antriebseinheiten sind äußerst besorgniserregend“, sagte er.

Er hob auch andere technische Bereiche hervor und ergänzte: „Es gibt außerdem ernsthafte Probleme mit der ISU-Federung.“

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Wolski deutete an, dass solche Schwierigkeiten Fragen zur Einsatzbereitschaft der Panzer für längere Operationen aufwerfen.

Mögliche Ursachen

Der Analyst nannte mehrere mögliche Erklärungen. Dazu gehören sogenannte Kinderkrankheiten, die häufig neu eingeführte Militärplattformen betreffen.

Er wies außerdem darauf hin, dass die Panzer nicht von der polnischen Rüstungsindustrie gewartet werden. Ein weiteres Problem sei das Fehlen spezieller Fahrertrainingsfahrzeuge, sodass die Besatzungen ihre Erfahrung direkt auf kampfbereiten Maschinen sammeln.

Vergleiche gezogen

Im selben Beitrag verglich Wolski den K2 mit anderen Panzern der polnischen Streitkräfte. Er sagte, die in den USA gefertigten Abrams-Panzer würden sehr positiv bewertet.

Er fügte hinzu, dass Leopard-2A5- und 2PL-Panzer die niedrigsten Ausfallraten zeigten, vor allem weil die polnische Industrie große Erfahrung mit ihrer Instandhaltung habe und sie toleranter gegenüber Wartungsfehlern seien.

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Warnung vor dem „Versuchskaninchen“

Mit Blick in die Zukunft sagte Wolski, Verbesserungen könnten noch kommen. „Vielleicht werden die koreanischen Hyundai Infracore DV27K HD-Motoren eines Tages gut und zuverlässig“, schrieb er.

Vorerst warnte er jedoch: „Derzeit agieren wir als Versuchskaninchen und als Testgelände, um diesen Motor zu verfeinern.“ Er fügte hinzu, dass die wachsende Zahl der Ausfälle alarmierend sei und dass „weder der AGT1500 im Abrams (Turbowellenmotor) noch der Ka.502 im Leopard 2 solche Probleme haben.“

Er schloss mit einem letzten Vergleich: „Ironischerweise gilt das auch nicht für den S12U der verbliebenen PT-91…“

Quellen: Wirtualna Polska, X

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