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Bombenräumdienst alarmiert, nachdem ein Mann mit einer Granate aus dem Ersten Weltkrieg im Enddarm ins Krankenhaus kam

Rangueil Hospital i Toulouse
Spech/Shutterstock

Teile eines großen Krankenhauses im Süden Frankreichs wurden in den frühen Morgenstunden am Sonntag geräumt, nachdem die Rettungsdienste wegen eines mutmaßlichen Sprengstoffrisikos ausgerückt waren.
Die Polizei sperrte Teile des Geländes ab, während Spezialteams die Lage prüften, was zu Umleitungen von Patienten und erhöhten Sicherheitsmaßnahmen führte.

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Rettungsbehörden in Toulouse erklärten, dass die Evakuierung des Rangueil-Krankenhauses kurz vor der Morgendämmerung begonnen habe. Bombenentschärfer, Feuerwehr und Polizei wurden gemäß den standardmäßigen Sicherheitsprotokollen eingesetzt, die bei Verdacht auf Munition angewendet werden.

Krankenhäuser behandeln derartige Warnmeldungen mit besonderer Vorsicht. Selbst alternde Munition kann weiterhin instabil sein, und die Behörden wollen jedes Risiko in dicht besetzten klinischen Umgebungen ausschließen, bevor der Betrieb wieder aufgenommen wird.

Erst später erklärten die Behörden, was den Einsatz ausgelöst hatte.

Schock im Operationssaal

Die französische Polizei teilte lokalen Medien zufolge, laut 20 Minutes France, mit, dass der Vorfall auf einen 24-jährigen männlichen Patienten zurückgehe, der spät am Samstag mit akuten Schmerzen eingeliefert worden war. Die Chirurgen handelten rasch, um die Ursache zu untersuchen.

Während der Operation entdeckten und entfernten die Ärzte eine Artilleriegranate aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, die sich im Körper befand. Anstatt sich Schritt für Schritt zu entwickeln, liefen die medizinische und die sicherheitsrelevante Reaktion parallel ab: Sobald das Objekt als militärische Munition identifiziert worden war, wurden umgehend Sprengstoffexperten hinzugezogen.

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Nachdem der Kampfmittelräumdienst eingetroffen war, wurde der Gegenstand gesichert und unter kontrollierten Bedingungen abtransportiert, sodass das Krankenhauspersonal den normalen Betrieb wieder aufnehmen konnte.

Eine Polizeiquelle erläuterte die Bedeutung des Fundes mit den Worten: „Zum Zeitpunkt der Entfernung erkannte der Chirurg, dass es sich um eine Granate aus dem Ersten Weltkrieg handelte, etwa 16 Zentimeter lang und 4 Zentimeter breit.“

Die Behörden erklärten, der Patient habe sich nach dem Eingriff in einem stabilen Zustand befunden und sei weiterhin unter ärztlicher Aufsicht geblieben.

Anhaltendes Erbe der Schlachtfelder

Jährlich werden noch immer Tausende nicht detonierter Granaten aus dem Ersten Weltkrieg gefunden, insbesondere in Gebieten, die einst nahe den Frontlinien lagen. Bauarbeiten und starke Regenfälle bringen vergrabene Munition häufig an die Oberfläche.

Obwohl solche Funde den Rettungsdiensten vertraut sind, betonten die Behörden, dass die Entdeckung eines derartigen Objekts im Körper eines Krankenhauspatienten äußerst selten sei.

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Die Evakuierung in Toulouse fügt sich in ein breiteres Muster von Vorfällen der Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit historischer Munition ein.

Im Jahr 2022 führte ein mutmaßliches Kriegsrelikt, das von einem 88-jährigen Mann in das Krankenhaus Sainte Musse in Toulon gebracht worden war, zu einer teilweisen Evakuierung.

Damals erklärte ein Sprecher: „Zwischen 21.00 Uhr und 23.30 Uhr am Samstagabend kam es zu einem Notfall, der den Einsatz von Bombenentschärfungskräften, die Evakuierung der Erwachsenen- und Kinder-Notaufnahmen sowie die Umleitung eintreffender Notfälle erforderlich machte.“

Der ältere Mann beharrte darauf, dass es sich um ein Kriegssouvenir gehandelt habe.

Quellen: 20 Minutes France

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