Männer haben beim Krebs schlechtere Chancen als Frauen.
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Weltweit steigen die Krebszahlen, obwohl ein großer Teil der Erkrankungen verhindert werden könnte.
Internationale Studien und nationale Daten zeigen, wie stark Lebensstil, Vorsorge und Geschlecht die Risiken beeinflussen – und warum Fortschritte ungleich verteilt sind.
Globale Warnsignale
Eine Analyse der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), über die der ORF berichtet, kommt zu einem klaren Ergebnis: 38 Prozent aller Krebsneuerkrankungen weltweit wären vermeidbar gewesen. Die Auswertung beruht auf globalen Daten aus dem Jahr 2022.
Bei Männern ist Rauchen demnach der wichtigste Risikofaktor, bei Frauen spielen Infektionen wie Humane Papillomviren (HPV) eine zentrale Rolle. Studienleiterin Isabelle Soerjomataram betont, dass gezielte Prävention eine der wirksamsten Maßnahmen gegen die wachsende Krebsbelastung sei.
Deutschland im Kontext
Vor diesem Hintergrund ordnen sich die aktuellen Zahlen aus Deutschland ein. Nach Berechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI), über die ZDFheute berichtet, erkranken hierzulande 49 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens an Krebs.
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Allein im Jahr 2023 wurden laut RKI knapp 518.000 Neuerkrankungen diagnostiziert, rund 229.000 Menschen starben an den Folgen der Krankheit. Damit bleibt Krebs eine der häufigsten Todesursachen, auch wenn sich die Überlebenschancen verbessert haben.
Ungleiche Risiken
Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern, wie das Magazin Stern unter Berufung auf RKI berichtet. Männer erkranken häufiger an Krebs als Frauen und sterben auch öfter. Dies lässt sich unter anderem auf spätere Diagnosen und geringere Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen zurückführen.
Hinzu kommt, dass bei Männern Krebsarten dominieren, die stark mit Rauchen, Alkohol oder beruflichen Belastungen zusammenhängen und oft eine schlechtere Prognose haben. Bei Frauen sind Tumoren häufiger Teil etablierter Früherkennungsprogramme.
Was Prävention bewirkt
Dass Vorsorge wirkt, zeigt sich laut RKI besonders beim Gebärmutterhalskrebs. Seit Einführung der HPV-Impfempfehlung sind die Erkrankungsraten bei jungen Frauen deutlich gesunken.
Gleichzeitig verweist das Institut darauf, dass die Impfquoten im internationalen Vergleich noch steigerungsfähig sind. Prävention bleibe damit ein zentrales, aber ungleich genutztes Instrument.
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Fortschritte mit Grenzen
Trotz einer alternden Gesellschaft sinken die altersbereinigten Krebssterberaten seit Jahren. Das RKI führt dies auf bessere Früherkennung, gezieltere Therapien und spezialisierte Behandlungszentren zurück.
Die internationalen Prognosen der WHO zeigen jedoch: Ohne konsequente Prävention könnte die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis 2040 weiter stark steigen.
Quellen: ORF, Stern, ZDFheute