Auch zur fünften Jahreszeit gelten klare gesetzliche Grenzen.
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Bunte Umzüge, enge Gassen, ausgelassene Stimmung. Doch zwischen Konfetti und Musik geraten viele Jecken schneller als gedacht ins Visier der Behörden. Was erlaubt scheint, kann rechtlich heikel werden.
Städte und Polizei kündigen schärfere Kontrollen an. Nicht aus Spaßverderb, sondern wegen klarer gesetzlicher Grenzen, die im Trubel oft unterschätzt werden.
Strengere Maßstäbe
Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, verschärfen Städte und Polizeibehörden für Karneval 2026 ihre Kontrollen entlang der Umzugsstrecken. Im Mittelpunkt stehen dabei Waffenattrappen, Uniformkostüme sowie neue lokale Verbote.
Für Feiernde bedeutet das: Unwissen schützt nicht vor Strafe.
Recht statt Ritual
Ein zentrales Risiko sind Waffenattrappen. Täuschend echte Nachbildungen können unter das Waffengesetz fallen und Bußgelder bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen.
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Entscheidend ist der Eindruck. Dunkle Farben, Metalloptik oder realistisches Gewicht reichen aus, um Probleme auszulösen.
Unkritisch sind nur eindeutig spielerische Objekte, etwa aufblasbare Fantasiewaffen oder Modelle mit grellen Farben.
Rollen mit Risiko
Auch Uniformkostüme bewegen sich rechtlich auf dünnem Eis. Wer im Gedränge für eine echte Einsatzkraft gehalten werden könnte, riskiert Ermittlungen wegen Amtsanmaßung.
Die Frankfurter Rundschau zitiert Warnungen der Polizei, wonach originalgetreue Uniformen eingezogen werden. Dazu zählen auch echte Ausrüstungsstücke.
Kostüme mit Fantasieaufdrucken oder bewusst billiger Optik gelten dagegen als zulässig.
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Verbotene Zeichen
Streng geahndet werden verfassungsfeindliche Kennzeichen. Das Strafgesetzbuch sieht hierfür Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor.
Diese Regelung gilt unabhängig vom Anlass. Karneval stellt keine Ausnahme dar.
Auch Vollmasken im Straßenverkehr oder entblößende Kostüme können ordnungs- oder strafrechtliche Folgen haben.
Neue Sperrzonen
Hinzu kommen lokale Allgemeinverfügungen. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, untersagen einige Städte 2026 den Cannabiskonsum entlang von Zugwegen.
Grundlage ist das Konsumcannabisgesetz, das den Gebrauch in unmittelbarer Gegenwart von Minderjährigen untersagt. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.
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Glasverbote in Altstädten bleiben ebenfalls bestehen.
Andere Länder, andere Regeln
Ein Blick ins Ausland zeigt, dass Verbote kein deutsches Phänomen sind. In der Karibik ist Tarnkleidung tabu, in Venedig drohen Strafen fürs Baden, in New Orleans für Sprühschlangen.
Karneval bleibt ein Fest der Freiheit. Doch 2026 gilt mehr denn je: Wer feiert, sollte auch die Regeln kennen.
Quelle: Frankfurter Rundschau