Der steigende CO₂-Gehalt der Luft wirkt sich nicht nur auf das Klima aus, sondern auch auf unsere Lebensmittel.
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Ein Teller Reis, dazu etwas Gemüse, vielleicht ein Stück Brot am Abend. Für viele Menschen ist das Alltag und soll zuverlässig Energie und Nährstoffe liefern. Doch genau bei solchen Grundnahrungsmitteln könnte sich still etwas im Zusammenhang mit dem Klimawandel verschieben.
Steigt der CO2-Gehalt der Luft, enthalten viele essbare Pflanzenteile messbar weniger Mineralstoffe und Protein. Das zeigt eine Studie, die in der Zeitschrift Global Change Biology veröffentlicht wurde.
Ein zentraler Begriff dabei ist die Nährstoffdichte: Wie viele Mineralstoffe und Proteine stecken in einer Portion, nicht nur wie viele Kalorien. Die Studie zeigt, dass Lebensmittel dadurch kalorienreicher und weniger nahrhaft werden könnten. Das Risiko: Mangel an wichtigen Mikronährstoffen, obwohl genug gegessen wird.
Was sich verändert
Die Auswertung findet über viele Pflanzen hinweg eine klare Tendenz: Mit steigenden CO2-Werten sinken bei vielen essbaren Pflanzenteilen die Gehalte an Mineralstoffen und teils auch an Protein (als Stickstoff-Wert erfasst).
Im Mittel liegt der Rückgang über alle betrachteten Nährstoffe bei 3,2% für den Vergleich 350 ppm zu 550 ppm CO2.
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Nicht jeder Stoff reagiert gleich stark. Besonders auffällig ist Zink, das im Durchschnitt deutlich nach unten geht. Bei einzelnen Kulturen sind die Veränderungen viel größer als der Gesamtschnitt.
Je nachdem, was man isst
Die Effekte hängen außerdem davon ab, welcher Teil der Pflanze gegessen wird. Unterirdische Teile wie Wurzeln und Knollen zeigen in der Auswertung die stärksten Rückgänge. Danach folgen Fortpflanzungsteile wie Körner, Samen und Früchte, erst danach oberirdische Pflanzenteile wie Blätter und Stängel.
Das heißt: Nicht nur die Pflanze verändert sich, sondern auch das, was am Ende tatsächlich auf dem Teller landet.
Wie die Studie vorgeht
Die Forschenden werteten eine große Menge bereits veröffentlichter Messdaten aus und führten sie in einer neuen Datenbank zusammen. Dafür kombinierten sie frühere Datensammlungen mit neueren Studien aus der Fachliteratur.
Insgesamt flossen Daten aus 109 Studien ein, mit Messungen zu 43 wichtigen Kulturpflanzen. Untersucht wurde, wie sich der Gehalt von Mineralstoffen und Protein in essbaren Pflanzenteilen verändert, wenn der CO₂-Gehalt der Luft steigt. Um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, wurden alle Daten auf denselben CO₂-Anstieg umgerechnet.
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Warum das politisch relevant ist
Die Studie macht einen zentralen Unterschied deutlich: Es kann sein, dass die Versorgung mit Kalorien stabil bleibt oder sogar steigt, während die Versorgung mit Nährstoffen schlechter wird.
Diese Kombination kann das Risiko von verstecktem Hunger erhöhen, auch in Bevölkerungsgruppen, die heute noch als ausreichend versorgt gelten.
Weniger Emissionen würden nicht nur den Klimadruck senken, sondern auch helfen, Nährstoffverluste in der Nahrung zu begrenzen.
Quelle: Global Change Biology