Laut ihm sei der Krieg beim Alaska-Gipfel im vergangenen Jahr „scheinbar“ beigelegt worden.
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Russlands Außenminister hat Washington öffentlich beschuldigt, Fortschritte bei der Beendigung des Krieges in der Ukraine zu blockieren, und damit umstrittene Behauptungen über frühere Gespräche zwischen den USA und Russland wieder aufgegriffen.
Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der Moskau versucht, die Erzählung rund um die ins Stocken geratenen diplomatischen Bemühungen neu zu gestalten.
Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview vom 9. Februar, die Vereinigten Staaten seien für das Ausbleiben von Fortschritten auf dem Weg zum Frieden verantwortlich.
Krieg in Alaska „beigelegt“?
Im Gespräch mit TV BRICS, einem russischen, auf BRICS-Staaten und -Beitrittskandidaten ausgerichteten Sender, argumentierte Lawrow, Washington habe nach früheren Gesprächen den Kurs geändert.
Er behauptete, beide Seiten hätten den Krieg während des US-russischen Alaska-Gipfels im August 2025 „scheinbar … beigelegt“ und sich auf eine „breite und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit“ zubewegt. Lawrow sagte, diese Dynamik sei abgeflaut, als die Vereinigten Staaten begannen, durch Sanktionen, die Beschlagnahmung von Tankern und sekundäre Zölle gegen Käufer russischen Öls „künstliche Barrieren zu schaffen“.
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Lawrow stellte diese Maßnahmen als Verstoß gegen Vorschläge dar, die nach seinen Angaben die Vereinigten Staaten selbst während der Gespräche in Alaska unterbreitet hätten.
Behauptungen ohne Dokumente
Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete, dass Kremlsprecher Dmitri Peskow diese Sichtweise am selben Tag bekräftigte und erklärte, das Treffen in Alaska habe eine „Reihe von Verständigungen“ hervorgebracht, die zu einem „Durchbruch“ in den Verhandlungen führen könnten. Konkrete Details oder Dokumente nannte er nicht.
Nach Einschätzung des ISW hat der Kreml das Fehlen öffentlicher Aufzeichnungen vom Alaska-Gipfel genutzt, um den Eindruck eines gemeinsamen Rahmens zur Beendigung des Krieges zu erwecken. Russische Amtsträger argumentierten, das Treffen habe Grundsätze gebilligt, die Präsident Wladimir Putin in einer Rede vor dem Außenministerium im Juni 2024 dargelegt habe.
In dieser Ansprache verlangte Putin, dass die Ukraine und die NATO Russlands ursprüngliche Kriegsbedingungen akzeptieren.
Kritiker sagen, Moskau setze Washington nun unter Druck, die von den USA geführten Gespräche mit der Ukraine und europäischen Partnern aufzugeben und stattdessen eine bilaterale Lösung im Einklang mit russischen Forderungen anzustreben.
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Quellen: TV BRICS, Kreml-Erklärungen, Institute for the Study of War (ISW), TASS