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War Jeffrey Epstein ein Spion für den Mossad? Akten zeigen, dass eine FBI-Quelle überzeugt war

Jeffrey Epstein
U.S. Virgin Islands, Department of Justice / Wiki Commons

Eine neue Sammlung von Akten zu Jeffrey Epstein ist in den öffentlichen Raum gelangt, und mit ihr sind alte Fragen mit neuer Wucht zurückgekehrt.

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Die Dokumente haben die Debatte darüber neu entfacht, ob Epsteins weltweite Kontakte lediglich gesellschaftlicher Natur waren oder etwas weitaus Geheimeres.

Erneute Spekulationen

Von US-Justizministerium veröffentlichte Nachrichten haben laut Berichten der Zeitung The Times erneut Behauptungen ausgelöst, Epstein könnte für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad gearbeitet haben.

Diese Vorwürfe kursieren seit Jahren in US-Medienkreisen und erhielten breitere Aufmerksamkeit, nachdem sie von Kommentatoren wie Tucker Carlson aufgegriffen wurden.

Die neuen Dokumente enthalten Aussagen eines vertraulichen FBI-Informanten, der behauptete, Epstein habe Verbindungen zu Geheimdiensten gehabt.

Widersprüchliche Nachrichten

Zu den veröffentlichten Unterlagen gehören Nachrichten zwischen Epstein und dem Autor Deepak Chopra, der Epstein 2017 zu einem Besuch in Israel einlud.

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„Come to Israel with us. Relax and have fun with interesting people“, schrieb Chopra laut den Dokumenten.

Epstein lehnte ab und antwortete: „In another location. I don’t like Israel. Not at all.“

Warum er die Einladung ausschlug, bleibt unklar, und die Akten zeigen widersprüchliche Signale über sein Verhältnis zu dem Land.

Behauptungen des FBI

Ein Bericht des FBI-Büros in Los Angeles vom Oktober 2020 besagt, eine Quelle der Behörde sei „überzeugt gewesen, dass Epstein ein angeworbener Mossad-Agent war“.

In dem Bericht heißt es, Epstein sei „als Spion ausgebildet“ worden, und es werden angebliche Verbindungen zu Geheimdienstkreisen über seinen langjährigen Anwalt Alan Dershowitz angeführt.

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Dershowitz wies diese Darstellung zurück. „Kein Geheimdienst würde ihm wirklich vertrauen“, sagte er.

Verbindung zu Barak

Die Akten beschreiben auch Epsteins langjährige Beziehung zum ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak.

Neu veröffentlichte Unterlagen zeigen, dass Barak und seine Frau in Epsteins New Yorker Apartment übernachteten und auch nach Epsteins Festnahme im Jahr 2006 Kontakt hielten.

In einer E-Mail aus dem Jahr 2018 bat Epstein Barak: „clarify that I do not work for Mossad. :)“

Zweifel von Experten

Lynette Nusbacher, ehemalige Geheimdienstoffizierin der britischen Armee, sagte gegenüber The Times, es gebe keine Beweise dafür, dass Epstein als Geheimdienstagent tätig gewesen sei.

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„Es gibt ein großes, viel diskutiertes Rätsel um die Herkunft seines Geldes“, sagte sie, fügte jedoch hinzu, es gebe keinen Beleg dafür, dass er mehr gewesen sei als „die schreckliche Person, als die er verurteilt wurde“.

Sie erklärte, dass Geheimdienste zwischen Offizieren, Agenten und informellen Quellen unterscheiden.

Der Schatten von Maxwell

Epsteins enge Beziehung zu Ghislaine Maxwell hat die Spekulationen weiter angeheizt.

Ihr Vater, der Medienmogul Robert Maxwell, galt lange als jemand mit möglichen Geheimdienstverbindungen, doch viele Experten sagen, es gebe dafür keine Beweise.

Epstein selbst spekulierte in E-Mails, Maxwell sei vom Mossad ermordet worden, und wiederholte damit Theorien aus Büchern und Medienberichten.

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Die meisten von The Times befragten Experten erklärten, sie hätten niemals Beweise gesehen, die Epstein mit dem Mossad in Verbindung bringen.

Ein israelischer Autor mit Kenntnissen aus Geheimdienstkreisen fasste die Unsicherheit nüchtern zusammen: „Anyone can be a spy.“

Quellen: The Times, US Department of Justice, Digi24.