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Video zu ungewöhnlichem Selbstversuch gegen Haarausfall geht viral

Hårtab, Hair Loss
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Ein drastischer Selbstversuch gegen Haarausfall macht in sozialen Netzwerken die Runde.

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Radikale Versprechen gegen Haarausfall verbreiten sich in sozialen Netzwerken schnell. Häufig stützen sie sich auf einzelne Studien oder spektakuläre Bilder. Ein aktueller Fall zeigt, wie leicht wissenschaftliche Ansätze zu riskanten Selbstversuchen werden.

Bekannte Risiken

Bienenstiche können gesundheitliche Folgen haben. Sie sind bekannt dafür, allergische Reaktionen auszulösen, die von Juckreiz und Schwellungen bis zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock reichen können.

Solche Reaktionen treten unvorhersehbar auf. Besonders problematisch ist, dass sie auch Menschen treffen können, bei denen zuvor keine Allergie bekannt war.

Trotz dieser Risiken gewinnen extreme Selbstoptimierungsansätze online an Aufmerksamkeit. Komplexe medizinische Themen werden dabei oft stark vereinfacht dargestellt.

Ein viraler Selbstversuch

Ein Video, über das Blick berichtet, sorgte zuletzt für Aufmerksamkeit. Es zeigt den Fitness-Influencer GreenKing bei einem ungewöhnlichen Experiment gegen Haarausfall.

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In dem Clip krabbelt eine Biene über seinen Haaransatz, sticht zu und wird anschliessend von ihm gegessen. Auf X wurde das Video innerhalb von 24 Stunden mehr als 760’000 Mal aufgerufen.

GreenKing hat auf Instagram rund 10’000 Follower. Er dokumentiert regelmäßig Selbstversuche, mit denen er Körper und Leistungsfähigkeit verbessern will.

Theorie dahinter

Der Influencer begründet sein Vorgehen mit einer Wirkung von Bienenvenom auf das Enzym 5α-Reduktase. Dieses Enzym ist an der Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron beteiligt, das als Hauptfaktor für erblich bedingten Haarausfall gilt.

Die wissenschaftliche Grundlage dafür ist begrenzt. Eine 2024 im Fachjournal MDPI Toxins veröffentlichte Studie untersuchte verdünntes Bienengift unter Laborbedingungen.

Dabei wurde bei Mäusen beobachtet, dass bestimmte Stammzellen aktiviert wurden, die Haarwachstumsfaktoren freisetzen und die Wachstumsphase beschleunigen.

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Offene Fragen

Ob diese Effekte auf den Menschen übertragbar sind, ist bislang unklar. Für eine Anwendung ausserhalb kontrollierter Forschungs- oder Produktumgebungen gibt es keine belastbaren Belege.

Der direkte Einsatz eines Bienenstichs auf der Kopfhaut erfolgt ohne wissenschaftliche Kontrolle. Der virale Selbstversuch zeigt, wie schnell einzelne Forschungsergebnisse aus dem Kontext gelöst und als einfache Lösung dargestellt werden.

Quelle: Blick