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Studie: 18 Prozent weniger Demenzrisiko durch Koffein

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Eine US-Studie analysiert langfristige Daten zum Einfluss von Koffein auf die geistige Gesundheit.

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Regelmäßiger Kaffeekonsum könnte mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sein. Darauf deutet eine große US-Studie hin, über die ntv.de berichtet.

Die Auswertung legt nahe, dass insbesondere Koffein eine Rolle beim Schutz der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter spielen könnte.

Zentrale Ergebnisse

Laut der im Journal of the American Medical Association veröffentlichten Studie hatten Menschen mit hohem Konsum von koffeinhaltigem Kaffee ein um 18 Prozent niedrigeres Demenzrisiko als Personen, die kaum oder keinen Kaffee tranken.

Auch bei Tee zeigte sich ein vergleichbarer Zusammenhang. Für entkoffeinierten Kaffee fanden die Forschenden hingegen keinen entsprechenden Effekt.

Insgesamt flossen Daten von mehr als 130.000 Teilnehmenden ein. Im Verlauf der Beobachtungszeit entwickelten 11.033 von ihnen eine Demenz.

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Langzeitbeobachtung

Die Daten stammen aus großen, über Jahrzehnte laufenden US-Kohortenstudien mit Angehörigen von Gesundheitsberufen, darunter viele Krankenpflegerinnen. Die Teilnehmenden wurden regelmäßig zu Ernährung, Lebensstil und kognitiver Gesundheit befragt.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich kein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nachweisen. Die Ergebnisse zeigen statistische Zusammenhänge, belegen jedoch nicht, dass Koffein Demenz verhindert.

„Unsere Ergebnisse sind zwar ermutigend, aber es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass der Effekt gering ist“, betont Co-Autor Daniel Wang von der Harvard Medical School laut einer Mitteilung. Es gebe viele Faktoren, die die geistige Fitness im Alter beeinflussen.

Mögliche Rolle von Koffein

Den stärksten Zusammenhang beobachteten die Forschenden bei zwei bis drei Tassen koffeinhaltigem Kaffee pro Tag oder ein bis zwei Tassen Tee. Auch bei höherem Konsum wurden keine nachteiligen Effekte festgestellt.

„Unsere Studie legt nahe, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee ein Teil dieses Puzzles sein kann“, sagte Wang.

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Nach Angaben des Erstautors Yu Zhang spielte auch die genetische Veranlagung für Demenz keine erkennbare Rolle: „Wir haben auch Menschen mit unterschiedlicher genetischer Veranlagung für die Entwicklung von Demenz verglichen und die gleichen Ergebnisse festgestellt“, erklärte der Doktorand der Harvard Chan School.

Einordnung der Forschung

Die Suche nach präventiven Ansätzen gewinnt angesichts begrenzter Therapiemöglichkeiten an Bedeutung. Weltweit steigt die Zahl der Demenzerkrankungen mit der alternden Bevölkerung.

Frühere Untersuchungen hatten bereits Hinweise geliefert, dass Kaffee mit einem geringeren Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden, Schlaganfall oder Parkinson in Verbindung stehen könnte.

Ob Koffein dabei jeweils eine ursächliche Rolle spielt, ist jedoch weiterhin Gegenstand der Forschung.

Quellen: ntv.de, Journal of the American Medical Association

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