Scharfe Kritik aus Politik und Zivilgesellschaft überschattet eine Entscheidung der US-Regierung in New York.
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Am symbolträchtigen Stonewall-Denkmal ist ein zentrales Zeichen der LGBTQ-Bewegung entfernt worden – und die Debatte reicht weit über die Stadt hinaus.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani zeigte sich „empört“ über das Vorgehen. „New York ist die Geburtsstätte der modernen LGBTQ+-Bürgerrechtsbewegung, und kein Versuch der Auslöschung wird diese Geschichte jemals verändern oder zum Schweigen bringen.“, schrieb er auf X.
Auch Senator Chuck Schumer äußerte sich auf X. Er nannte den Schritt „zutiefst empörend“ und kündigte an: „diese Flagge wird zurückkehren. Die New Yorkerinnen und New Yorker werden dafür sorgen.“
Manhattans Borough President Brad Hoylman-Sigal sagte CNN, die Maßnahme sei Teil eines politischen Umbaus des National Park Service und kündigte an, die Flagge erneut hissen zu wollen – selbst wenn dies auf Widerstand stoße.
Kulturpolitik im Wandel
Wie CNN berichtet, verfolgt die Regierung von Präsident Donald Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit einen Kurs, der staatliche Institutionen stärker an seine gesellschaftspolitischen Leitlinien anpasst. Eine zentrale Anordnung sieht vor, dass Bundesbehörden nur zwei Geschlechter anerkennen.
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In der Folge änderten mehrere Behörden ihre Wortwahl, kürzten offizielle Bezeichnungen oder entfernten Hinweise auf trans- und nichtbinäre Menschen von Webseiten. Zudem wurden Inhalte in kulturellen Einrichtungen überprüft oder angepasst.
Vor diesem Hintergrund ordnete der National Park Service (NPS) neue Regeln für Flaggen auf seinen Flächen an. Ein internes Memorandum untersagt „Flaggen und Wimpel, die nicht von der Behörde stammen“, sofern es sich nicht um die US-Flagge oder die Flagge des Innenministeriums handelt. Ausnahmen gelten unter anderem für historische oder indigene Flaggen.
Das Innenministerium erklärte dazu gegenüber CNN: „Jüngste Anpassungen bei der Beflaggung des Denkmals wurden vorgenommen, um die Übereinstimmung mit bundesweiten Vorgaben und der geltenden präsidialen Verfügung sicherzustellen.“
Ort mit Signalwirkung
Konkret betroffen ist das Stonewall National Monument in Greenwich Village. Wie CNN unter Berufung auf Gay City News berichtet, wurde dort die Pride-Flagge am Dienstag entfernt.
Das Denkmal erinnert an die Proteste nach einer Polizeirazzia in der Stonewall Inn im Jahr 1969, die als Wendepunkt der modernen LGBTQ-Bürgerrechtsbewegung gelten.
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Präsident Barack Obama stellte das Areal 2016 als nationales Denkmal unter Bundesschutz. Bereits vor einem Jahr entfernte der Parkdienst laut CNN Hinweise auf transgender und queere Personen von der offiziellen Website des Denkmals.
Die aktuelle Entscheidung entfaltet deshalb besondere Symbolkraft. Für Kritiker steht sie exemplarisch für einen kulturpolitischen Richtungswechsel, bei dem Sichtbarkeit und Anerkennung von Minderheiten neu verhandelt werden.
Im politischen Klima des Jahres 2026 wird das Stonewall-Denkmal damit erneut zu einem Ort, an dem gesellschaftliche Grundsatzfragen öffentlich ausgetragen werden.
Quelle: CNN