Viele Erwachsene kennen das Gefühl: Kaum hat ein neues Jahr begonnen, steht schon wieder der Dezember vor der Tür.
Gerade lesen andere
Während sich die Kindheit endlos anfühlte, scheinen die Jahre später immer schneller zu vergehen.
Fachleute führen dieses Empfinden auf die Art zurück, wie unser Gehirn Erlebnisse speichert und bewertet.
Kindheit: Eine Fülle neuer Eindrücke
In jungen Jahren ist fast alles neu. Der erste Schultag, unbekannte Spiele oder fremde Orte fordern ständig Aufmerksamkeit.
Solche Erfahrungen hinterlassen intensive Spuren im Gedächtnis. Der Ingenieurprofessor Adrian Bejan erklärt dazu: „Unser Gehirn merkt sich Veränderungen.“
Weil Kinder fortwährend Neues entdecken, entsteht eine dichte Sammlung an Erinnerungen. Rückblickend wirkt ein Jahr deshalb länger, da es mit vielen einzelnen Eindrücken gefüllt ist.
Lesen Sie auch
Erwachsenenalter: Wenn Gewohnheit dominiert
Mit zunehmendem Alter schleichen sich Routinen ein. Alltag, Arbeit und feste Abläufe wiederholen sich häufig.
Laut Bejan gilt: „Im Erwachsenenalter bekommt unser Gehirn weniger neue Eindrücke. Deshalb empfinden wir die Zeit als schneller.“ Fehlen prägende Momente, erscheint ein ganzes Jahr im Nachhinein wie ein „leerer Film“.
Besonders ereignisreiche Phasen fühlen sich dagegen ausgedehnter an. „Wenn wir auf Zeiten voller neuer Erlebnisse zurückblicken, erscheint die Zeit gedehnt, weil es viele Erinnerungen gibt“, so Bejan.
Was den Zeiteindruck verändern kann
Wer bewusst Abwechslung sucht, kann sein Zeitempfinden beeinflussen. Neue Hobbys, Reisen oder ungewohnte Wege im Alltag liefern frische Reize. Schon kleine Veränderungen – ein anderes Rezept, ein neuer Sportkurs – aktivieren das Gehirn.
Auch Achtsamkeit spielt eine Rolle. Wer alltägliche Momente intensiver wahrnimmt und sich weniger mit Vergangenheit oder Zukunft beschäftigt, erlebt Tage bewusster. Meditation kann helfen, den Fokus auf die Gegenwart zu lenken und so das Gefühl zu mindern, dass die Zeit davonrast.
Lesen Sie auch
Quelle: Bunte