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Russland setzt nach Starlink-verbot auf 5G-ballons

Vladimir Putin
Presidential Executive Office of Russia / Wiki Commons

Angesichts von Kommunikationsproblemen auf dem Schlachtfeld experimentiert Russland mit einer neuen Lösung in großer Höhe.

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Nach Angaben russischer Medien, die von L’Indépendant zitiert werden, hat das Militär mit Tests von Stratosphärenballons begonnen, die dazu dienen sollen, Signale über der Ukraine weiterzuleiten.

Lösung in großer Höhe

Das System mit der Bezeichnung „Barrazh-1“ soll Kommunikationstechnik, darunter 5G-Relaisterminals, in Höhen von rund 20 Kilometern tragen.

Das Projekt wurde Berichten zufolge von dem Unternehmen Aerodrommash in Zusammenarbeit mit der Bauman-Universität Moskau entwickelt. Nach Angaben der Unterstützer besteht die Plattform nahezu vollständig aus in Russland hergestellten Komponenten.

Die Initiative folgt auf Beschränkungen, die russische Streitkräfte daran hindern, Starlink-Satellitenterminals auf dem ukrainischen Schlachtfeld zu nutzen.

Winde als Widerstand

Analysten zufolge steht das Konzept jedoch vor einem erheblichen Hindernis: den atmosphärischen Bedingungen.

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Osteuropa wird von westlichen Höhenwinden dominiert, die mitunter als Gegenpassatwinde bezeichnet werden und die Ballons von den ukrainischen Kampfzonen weg und zurück in Richtung russisches Territorium treiben könnten.

Während die Entwickler angeben, der Ballon könne seine Höhe anpassen, um günstigere Luftströmungen zu finden, argumentieren von Defense Express und Forbes zitierte Experten, dass die Manövrierfähigkeit in solchen Höhen gegenüber starken Stratosphärenströmungen begrenzt bleibe.

Taktisches Wagnis

Ein Einsatz in Höhen von über 20 Kilometern könnte es der ukrainischen Luftverteidigung erschweren, die Ballons ohne spezialisierte Systeme ins Visier zu nehmen.

Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass eine instabile Positionierung die Kommunikation eher stören als verbessern könnte, sodass das System eher als vorübergehende Notlösung denn als langfristige Lösung zu betrachten sei.

Einige Beobachter verweisen zudem auf eine geografische Ironie: Dieselben vorherrschenden Winde, die russische Ballons behindern könnten, könnten ukrainische Langstreckenstarts in Richtung russisch kontrollierter Gebiete begünstigen.

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Derzeit scheint „Barrazh-1“ ein einfallsreicher Versuch zu sein, die Konnektivität wiederherzustellen – allerdings einer, der durch die physikalischen Gegebenheiten der Atmosphäre erheblich eingeschränkt ist.

Quellen: L’Indépendant, Defense Express, Forbes