Startseite Krieg 3 Wege, wie Putin vom Krieg im Iran profitieren kann

3 Wege, wie Putin vom Krieg im Iran profitieren kann

Putin
Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

Iran und Russland sind sich in den vergangenen Jahren nähergekommen und haben ihre militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertieft, während beide unter westlichen Sanktionen stehen.

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Teheran hat Moskau mit Shahed-Drohnen beliefert, die in der Ukraine umfangreich eingesetzt werden, während Iran dem erweiterten BRICS-Bündnis gemeinsam mit Russland und China formell beigetreten ist.

Trotz der Rede von einer „strategischen Partnerschaft“ beruht die Beziehung eher auf Pragmatismus als auf formellen Bündnisverpflichtungen.

Angesichts der Spannungen im Nahen Osten nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran untersuchen Analysten nun, welche Folgen dies für den Kreml haben könnte.

Energiepreise und Kriegsfinanzierung

Eine unmittelbare Folge einer Eskalation am Golf ist die Volatilität auf den globalen Energiemärkten. Steigende Öl- und Gaspreise würden dem russischen Staatshaushalt direkt zugutekommen, der weiterhin stark von Energieexporten abhängig ist.

Höhere Preise könnten Moskau zusätzliche Einnahmen verschaffen, um seinen militärischen Einsatz in der Ukraine aufrechtzuerhalten.

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Gleichzeitig belasten teurere Energiepreise die europäischen Volkswirtschaften und könnten den finanziellen Spielraum für eine langfristige militärische und finanzielle Unterstützung Kiews einschränken.

Ablenkung des Westens

Ein langwieriger Konflikt im Nahen Osten birgt das Risiko, die Aufmerksamkeit der USA und ihrer Verbündeten von der Ukraine abzulenken.

Analysten weisen darauf hin, dass anhaltende Operationen gegen Iran amerikanische Militärressourcen wie Luftabwehr-Abfangraketen und Präzisionsmunition binden könnten. Wenn US-Bestände verstärkt in die Golfregion verlagert werden, könnte sich der Zugang der Ukraine zu bestimmten Systemen verringern.

Diese Verschiebung würde keine direkte russische Intervention zugunsten Irans erfordern. Vielmehr könnte Moskau indirekt von einer Umverteilung westlicher Aufmerksamkeit und militärischer Mittel profitieren.

Stärkung der Kreml-Narrative

Russische Kommentatoren haben die Angriffe auf Iran als Bestätigung dessen dargestellt, was der Kreml als westliche Unberechenbarkeit und Aggression beschreibt.

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Laut einer von Al Jazeera zitierten Analyse sehen einige in Moskau die Eskalation als Bestätigung der langjährigen Behauptung Russlands, es stehe einem „irrationalen“ Westen gegenüber.

Der Vergleich erinnert an Wladimir Putins Reaktion auf die NATO-Intervention in Libyen 2011, die er zuvor als Wendepunkt in seinem Misstrauen gegenüber dem Westen bezeichnet hat.

Solche Ereignisse könnten das innenpolitische Narrativ einer „belagerten Festung“ stärken und die Unterstützung für die Führung sowie ihre harte Außenpolitik festigen.

Grenzen der Unterstützung für Teheran

Trotz enger Zusammenarbeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass Moskau plant, auf der Seite Irans militärisch in den Konflikt einzutreten.

Russland unterhält funktionierende Beziehungen zu Israel, das sich den westlichen Sanktionen gegen Moskau nicht angeschlossen und der Ukraine bestimmte zentrale Waffensysteme nicht geliefert hat. Dieses Gleichgewicht zu bewahren, bleibt für den Kreml strategisch wertvoll.

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Beobachter gehen zudem davon aus, dass Russland die Kommunikationskanäle zu Washington offenhalten möchte, insbesondere im Hinblick auf die Ukraine.

Eine offene militärische Unterstützung für Teheran könnte diese Kalkulation erschweren.

Für den Kreml scheint die sich entwickelnde Krise weniger eine Frage der Parteinahme zu sein als vielmehr eine Abwägung von Kosten und Nutzen – von den Energiemärkten bis hin zum geopolitischen Einfluss – in einem sich rasch verändernden Umfeld.

Quellen: Al Jazeera, O2.

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