Startseite Nachrichten Neues Gesetz in Schweden könnte Migranten wegen geringfügiger Verstöße ausweisen

Neues Gesetz in Schweden könnte Migranten wegen geringfügiger Verstöße ausweisen

Ulf Kristersson
FinnishGovernment / Shutterstock

Schweden verschärft seine Einwanderungspolitik mit neuen Regeln, die zu Abschiebungen aufgrund von Verhalten führen könnten. Der Vorschlag hat bei Rechtsexperten und zivilgesellschaftlichen Gruppen Besorgnis ausgelöst. Kritiker sagen, die Maßnahmen könnten Unsicherheit schaffen und zu ungleicher Behandlung führen.

Nach dem vorgeschlagenen Gesetz könnten Migranten aus Nicht-EU-Staaten ihre Aufenthaltserlaubnis verlieren, wenn sie nicht den von der Regierung definierten Standard eines „ehrlichen Lebens“ erfüllen, berichtet Digi24.ro unter Berufung auf AFP.

Die Regelung würde es den Behörden ermöglichen, eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen – von Sicherheitsbedrohungen und extremistischen Verbindungen bis hin zu geringfügigen Verstößen und finanziellem Verhalten.

Weit gefasste Kriterien

Behörden könnten auch Aspekte wie unbezahlte Schulden, Sozialleistungsbetrug, illegale Arbeit oder sogar die Organisation von Betteln bewerten. Auch Äußerungen von Personen könnten als Beweismittel herangezogen werden, um Verbindungen zum Extremismus festzustellen.

Migrationsminister Johan Forssell verteidigte den Vorschlag und sagte: „Es ist kein Menschenrecht, in Schweden bleiben zu dürfen.“

Er fügte hinzu, Migranten müssten zeigen, dass sie positiv zur Gesellschaft beitragen, und verglich den Aufenthalt mit dem eines Gastes, der sich an die Regeln halten müsse.

Bedenken hinsichtlich der Rechte

Juristen und Interessenvertretungen argumentieren, dass die Kriterien zu vage seien und grundlegende Freiheiten untergraben könnten. John Stauffer von Civil Rights Defenders warnte: „Die Konsequenzen werden für die Betroffenen sehr gravierend sein.“

Er äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Meinungsfreiheit und deutete an, dass Nicht-Staatsbürger strengeren Einschränkungen unterliegen könnten als schwedische Bürger.

„Dies schafft ein System, in dem Menschen je nach ihrem rechtlichen Status – ob Staatsbürger oder Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis – unterschiedliche Bedingungen in unserer Gesellschaft haben“, sagte er.

Ungewisse Auswirkungen

Andere Organisationen warnen, dass das Gesetz Einwanderungsentscheidungen unvorhersehbar machen könnte. Laut Digi24.ro weisen Rechtsexperten darauf hin, dass Migranten Schwierigkeiten haben könnten zu verstehen, wie ihr Verhalten bewertet wird.

Auch Aktivistengruppen äußerten die Sorge, dass die Teilnahme an Protesten oder zivilem Ungehorsam als unangemessenes Verhalten ausgelegt werden könnte.

Die Regierung schätzt, dass mehrere hunderttausend Menschen betroffen sein könnten, sollte das Gesetz wie geplant in Kraft treten.

Quellen: Digi24.ro, AFP