Startseite Welt Putin ignoriert „größte Umweltkatastrophe“ in Russland

Putin ignoriert „größte Umweltkatastrophe“ in Russland

Tuapse oil terminal
Vladfotograf / Shutterstock.com

Wladimir Putins Priorität sollte das russische Volk sein.

Das Land steht vor wirtschaftlicher Belastung und wachsendem innenpolitischem Druck, doch stattdessen bleibt Moskau tief in den Krieg in der Ukraine verstrickt, während es gleichzeitig die Beziehungen zum Iran weiter stärkt.

Nun entfaltet sich eine neue Krise näher am eigenen Land, die jedoch nicht die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient.

Brand und Folgen

Laut einem Bericht der Moscow Times, der von Onet zitiert wird, habe ein ukrainischer Drohnenangriff in der Nacht vom 15. auf den 16. April einen massiven Brand am Ölterminal Tuapse ausgelöst.

Der Brand forderte zwei Menschenleben, verletzte sieben weitere Personen und zwang die Behörden, den Ausnahmezustand auszurufen.

Trotz des Ausmaßes des Vorfalls hätten Umweltschützer ihn als „die größte Umweltkatastrophe“ bezeichnet, dennoch gab es keine direkte öffentliche Reaktion von Präsident Wladimir Putin.

Krise verschärft sich

Weitere Angriffe in den darauffolgenden Tagen fachten Brände erneut an und führten dazu, dass Öl ins Meer und in nahegelegene Flusssysteme austrat.

Ein Ölteppich bildete sich vor der Küste, während das, was Anwohner als „Ölregen“ bezeichneten, über Teile der Stadt niederging.

„Alles war mit einem öligen Film und schwarzen Kügelchen bedeckt. Zuerst dachten wir, es sei nur Staub, aber dann wurde uns klar, dass es eher wie verbranntes Öl aussah“, berichteten Augenzeugen gegenüber Astra.

Gesundheitsbedenken

Giftiger Smog breitete sich bis zu 300 Kilometer weit aus und erreichte Städte wie Sotschi und Stawropol.

Die Behörden forderten die Bewohner auf, drinnen zu bleiben, Fenster geschlossen zu halten und Masken zu tragen, während Schulen und Kindergärten geschlossen wurden.

Experten warnten, die Verschmutzung könne sogar zu saurem Regen in den betroffenen Gebieten führen.

Schweigen des Kremls

Während Feuerwehrleute die Flammen bekämpften und Rettungsteams Trümmer beseitigten, setzte Putin seine offiziellen Termine fort.

Er führte Besprechungen zur landwirtschaftlichen Produktion, erörterte regionale Projekte und nahm an öffentlichen Veranstaltungen teil.

Er nahm auch an Zeremonien teil und traf ausländische Amtsträger, ohne die Katastrophe öffentlich anzusprechen.

Der Umweltexperte Jewgeni Witischko erklärte, das Ausmaß der Krise könne frühere Vorfälle in der Region übertreffen, und habe sie als „die größte Umweltkatastrophe“ bezeichnet.

Anwohner berichteten von ölbedeckten Tieren und sich verschlechternden Bedingungen in der gesamten Region, wobei viele die Situation schlicht als „Katastrophe“ bezeichneten.

Quellen: The Moscow Times, Onet