Russland hat sich zunehmend auf ausländische Rekruten verlassen, um seine militärischen Reihen zu verstärken.
Kämpfer aus Nordkorea, mehreren afrikanischen Ländern, Zentralasien und nun Berichten zufolge auch China sind alle auf dem Schlachtfeld aufgetaucht, um Moskaus Kriegsanstrengungen zu unterstützen.
Die wachsende Präsenz ausländischer Staatsangehöriger in russischen Einheiten führt nun zu diplomatischen Komplikationen für den Kreml, nachdem zwei von der Ukraine gefangen genommene chinesische Staatsbürger über ein Jahr lang in Haft blieben.
Chinesische Gefangene
Nach Angaben ukrainischer Beamter, die von O2, zitiert wurden, befinden sich zwei im vergangenen Jahr bei Kämpfen gefangen genommene chinesische Staatsbürger weiterhin in ukrainischer Haft.
Bohdan Okhrimenko, Leiter des ukrainischen Hauptkoordinationsbüros für die Behandlung von Kriegsgefangenen, erklärte, die Männer seien während Kampfeinsätzen gegen russische Streitkräfte festgenommen worden.
Er deutete auch an, dass die gefangenen Kämpfer russische Pässe besitzen könnten, obwohl dies nicht unabhängig überprüft wurde.
Peking reagiert
Das chinesische Außenministerium bestätigte, die Situation der inhaftierten Männer zu beobachten.
„Die chinesische Regierung hat die ukrainische Seite aufgefordert, internationale Standards bei der Behandlung inhaftierter chinesischer Staatsbürger einzuhalten“, sagte Außenministeriumssprecher Lin Jian laut Obozrevatel.
Er erklärte zudem, Peking werde „alle rechtlichen Schritte einleiten, um seine Bürger so schnell wie möglich aus der Gefangenschaft in ihre Heimat zurückzuholen.“
Ausländische Kämpfer
Die Ukraine gibt an, dass Russland weiterhin ausländische Staatsangehörige rekrutiert, um seine Militäroperationen zu unterstützen, darunter Kämpfer aus Afrika, Zentralasien und Nordkorea.
Inoffizielle ukrainische Schätzungen legen nahe, dass derzeit etwa 150 chinesische Staatsangehörige an der Seite russischer Truppen kämpfen könnten.
Ukrainischen Beamten zufolge hat Moskau wenig Interesse an der Freilassung gefangener chinesischer Kämpfer gezeigt, während es sich stärker auf nordkoreanische Gefangene konzentriert.
Diplomatischer Druck
Chinesische Behörden sollen Berichten zufolge Bürger davor gewarnt haben, in aktive Konfliktgebiete zu reisen oder an ausländischen Militäroperationen teilzunehmen.
Obwohl Peking enge wirtschaftliche und politische Beziehungen zu Moskau unterhält, hat es eine direkte Beteiligung an Russlands Invasion in der Ukraine wiederholt dementiert.
Die Anwesenheit gefangener chinesischer Staatsangehöriger riskiert nun, Chinas Bemühungen zu erschweren, diese Position international aufrechtzuerhalten.
Quellen: Obozrevatel, Ukrainische Beamte, O2