Französische Ermittler haben eine strafrechtliche Untersuchung gegen Elon Musk, X und den KI-Chatbot Grok wegen Deepfakes, Missbrauchsmaterial und Holocaustleugnung eingeleitet.
Französische Staatsanwälte haben ihre Ermittlungen gegen Elon Musk und die Plattform X verschärft und eine strafrechtliche Untersuchung wegen Deepfakes, Material über sexuellen Kindesmissbrauch und Holocaustleugnung im Zusammenhang mit dem KI-Chatbot Grok eingeleitet.
Der Fall markiert eine deutliche Eskalation der wachsenden französischen Kontrolle über die Plattform und Musks KI-Aktivitäten.
Strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet
Laut Euronews untersuchen französische Behörden mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Verbreitung sexueller Deepfakes, Kindesmissbrauchsdarstellungen und mutmaßlicher Manipulation automatisierter Systeme.
Behörden prüfen außerdem Inhalte, die von Grok erzeugt wurden — dem von Musks xAI entwickelten und in X integrierten KI-Chatbot.
Die Staatsanwaltschaft Paris bestätigte, dass der Fall nun zu einer formellen strafrechtlichen Untersuchung ausgeweitet wurde.
Kontroverse um Grok wächst
Grok geriet Anfang des Jahres international in die Kritik, nachdem Nutzer KI-generierte explizite Deepfakes und kontroverse historische Antworten des Chatbots geteilt hatten.
Eine weit verbreitete französischsprachige Antwort stellte Berichten zufolge den Zweck der Gaskammern in Auschwitz infrage — eine Formulierung, die mit Holocaustleugnung verbunden ist und in Frankreich illegal ist.
Der Chatbot änderte seine Antwort später und räumte ein, dass die ursprüngliche Aussage falsch gewesen sei.
Musk von Behörden vorgeladen
Französische Ermittler luden Musk und die frühere X-Chefin Linda Yaccarino Berichten zufolge Anfang des Jahres zu freiwilligen Anhörungen vor, doch beide erschienen nicht.
Die Behörden erklärten, dass die Untersuchung unabhängig davon fortgesetzt werde.
Französische Beamte durchsuchten außerdem im Februar die Pariser Büros von X im Rahmen der umfassenderen Ermittlungen.
Druck auf KI-Plattformen wächst
Der Fall zeigt den zunehmenden Druck auf soziale Netzwerke und KI-Entwickler in Europa.
Regierungen und Aufsichtsbehörden konzentrieren sich verstärkt auf KI-generierte Desinformation, Deepfakes und schädliche Online-Inhalte, da generative KI-Systeme immer verbreiteter werden.
Europäische Behörden drängen unter neuen digitalen Regelungen auf strengere Kontrollen großer Technologieplattformen.
Größere Untersuchung gegen X
Frankreich hatte ursprünglich Ermittlungen gegen X wegen möglicher algorithmischer Manipulation, politischer Einflussnahme und Moderationspraktiken eingeleitet.
Staatsanwälte prüfen außerdem, ob Kontroversen um von Grok generierte Inhalte künstlich Aufmerksamkeit für X und xAI erzeugt haben könnten.
Musk bezeichnete die französischen Maßnahmen gegen X zuvor als politisch motiviert.
Wie geht es weiter?
Die Ermittlungen dauern an, und bislang wurden keine Anklagen erhoben.
Der Fall könnte sich zu einem der meistbeachteten europäischen Rechtsstreitigkeiten rund um KI-generierte Inhalte, Plattformverantwortung und Online-Moderation entwickeln.
Quellen: Euronews, Staatsanwaltschaft Paris