Mitten im Krieg mit dem Iran verzeichnen die Vereinigten Staaten ebenfalls einen Rückgang der Rohölverkäufe, während sie weiterhin positive Zahlen erzielen.
Amerikanisches Rohöl fließt weiterhin in höherem Maße nach Spanien als aus jedem anderen Land – doch die Zahlen entwickeln sich für Washington in die falsche Richtung.
Laut ElEconomista zeigen neue Zahlen der spanischen Strategischen Erdölreserven-Gesellschaft, dass die US-Ölexporte nach Spanien im ersten Quartal 2026 zurückgingen. Dies setzt einen Abwärtstrend fort, der seit 2023 anhält, trotz Donald Trumps wiederholter Kritik an der spanischen Regierung.
US-Verkäufe sinken trotz Spitzenposition
Spanien importierte zwischen Januar und März 1,86 Millionen Tonnen Rohöl aus den Vereinigten Staaten, was einem Rückgang von 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Amerikanisches Öl machte mit 13,2 Prozent weiterhin den größten Anteil der spanischen Importe aus, obwohl auch dieser Wert im Vergleich zu 2025 sank.
Der Druck kommt nun von mehreren konkurrierenden Lieferanten, die ihre Präsenz auf dem spanischen Markt rasch ausbauen.
Libyen verzeichnete einen der stärksten Anstiege unter Spaniens Energiepartnern.
Die Exporte aus dem nordafrikanischen Land stiegen um 41,9 Prozent auf 1,69 Millionen Tonnen, wodurch Libyen zum zweitgrößten Rohöllieferanten Spaniens aufstieg.
Nigeria stärkte ebenfalls seine Position, nachdem es die Exporte um mehr als 31 Prozent steigerte. Das Land lieferte in diesem Quartal 1,62 Millionen Tonnen nach Spanien.
Mexiko hingegen entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Die Lieferungen nach Spanien fielen um mehr als 21 Prozent, was seinen Gesamtmarktanteil reduzierte.
Große Produzenten verlieren an Boden
Brasilien verzeichnete einen der stärksten Rückgänge unter den großen Exporteuren.
Die brasilianischen Rohöllieferungen brachen um 45,2 Prozent ein und fielen auf 1,44 Millionen Tonnen, was die Präsenz des Landes auf dem spanischen Markt erheblich schmälerte.
Auch Saudi-Arabien verzeichnete einen starken Exportrückgang, wobei die Lieferungen in diesem Quartal um mehr als 20 Prozent sanken.
Algerien verzeichnete einen geringeren Rückgang von etwas mehr als fünf Prozent.
Irak und Kanada legen zu
Trotz anhaltender Instabilität im Nahen Osten weitete der Irak seine Ölverkäufe nach Spanien im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent aus.
Auch die kanadischen Exporte stiegen stark an und legten in diesem Quartal um mehr als 23 Prozent zu.
Mehrere kleinere Lieferanten trugen weiterhin zu Spaniens Rohölimporten bei, darunter Guyana, Kasachstan, Angola, Venezuela, Äquatorialguinea und Senegal.
Spaniens sich wandelnde Öllandschaft verdeutlicht, wie sich der Wettbewerb unter den globalen Energieproduzenten weiter verschärft – selbst während geopolitische Spannungen und sich ändernde Handelsmuster die internationalen Rohölmärkte umgestalten.