Genau zu wissen, wer neben Ihnen im chaotischen Schlamm eines Frontgrabens steht, bedeutet den Unterschied zwischen Leben und Tod.
Ein geistesgegenwärtiger Kämpfer hat gerade bewiesen, dass eine ruhige Stimme einen Feind schneller gefangen nehmen kann als ein geladenes Gewehr.
Ein Klopfen an der Tür
Ein Soldat der 155. Separaten Mechanisierten Brigade befand sich laut *United24Media* in einer angespannten Pattsituation nahe dem Dorf Hryshyne.
Der Kämpfer, der unter dem Rufnamen Alex operierte, suchte zusammen mit einem verwundeten Kameraden in einem Unterstand Schutz.
Alex hörte plötzlich russische Stimmen außerhalb des Bunkers. Die sich nähernden Truppen riefen in die Dunkelheit und fragten, ob die Männer drinnen freundlich gesinnt seien.
Anstatt zu schießen, beschloss Alex, mitzuspielen. Er antwortete einfach und lud die ahnungslosen Männer herein.
In eine Falle tappen
Die bizarre Begegnung entwickelte sich schnell, sobald die feindlichen Soldaten den Unterstand betraten. Sie setzten sich und begannen zu plaudern. Die Männer waren sich völlig unbewusst, dass sie gerade direkt in eine ukrainische Falle getappt waren.
„Ich höre jemanden reden. Sie fragen: ‚Freundlich?‘ Ich sage: ‚Ja, freundlich‘“, berichtete Alex in einer von der Brigade in den sozialen Medien geteilten Geschichte. „Ich ließ sie herein. Mein Gewehr lag neben mir. Sie setzten sich und begannen auf Russisch zu sprechen. Zuerst verstanden sie nicht, mit wem sie es zu tun hatten.“
Schließlich dämmerte den Neuankömmlingen die Realität der Situation. Sie entschieden sich, friedlich zu kapitulieren, anstatt Widerstand zu leisten.
Der lange Rückweg
Alex entzog den Gefangenen ihre Kommunikationsausrüstung und Identifikationspapiere. Sobald alles gesichert war, kontaktierte er seine Einheit, um den nächsten Schritt zu klären.
„Wir nahmen ihnen sofort die Funkgeräte, alle Telefone und alle Dokumente ab. Ich meldete es unseren Leuten“, erklärte Alex. „Etwa eine Stunde später wurde uns befohlen, aufzubrechen. Unser Verwundeter und diese beiden. Es war rutschig, überall Schlamm. Sie fielen immer wieder hin. Wir liefen drei Tage lang.“
Die zermürbende Reise endete schließlich, als die Gruppe die eigenen Linien erreichte.
Bereit für einen Austausch
Die Brigade zeigte sich stolz auf die ungewöhnliche Gefangennahme. In einer öffentlichen Erklärung bemerkte die Einheit, wie leicht die russischen Truppen getäuscht wurden.
„Der Feind versteht immer noch nicht, wo er gelandet ist“, schrieb die Brigade. „Sie haben Mühe, die Eigenen von uns zu unterscheiden, aber wir können den Unterschied sehr gut erkennen.“
Diese beiden Gefangenen könnten bald nach Hause zurückkehren. Medienberichte deuten darauf hin, dass sie sich einem massiven Gefangenenaustausch anschließen könnten, der derzeit von den Vereinigten Staaten organisiert wird.
Quellen: 155th Separate Mechanized Brigade, United24Media