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Europäische Flugemissionen übersteigen Vor-Corona-Niveau

Two airplanes in the sky closely passing by each other
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CO₂-Emissionen von aus Europa abfliegenden Flügen haben laut neuen Forschungsergebnissen, die Fragen zu den Klimaverpflichtungen der Luftfahrtindustrie aufwerfen, das vor der COVID-19-Pandemie verzeichnete Niveau überschritten.

Die Ergebnisse liegen vor, obwohl Fluggesellschaften seit Jahren versprechen, die Umweltverschmutzung durch sauberere Technologien und treibstoffeffizientere Flugzeuge zu reduzieren, wie The Guardian berichtet.

Billigfluggesellschaften wachsen

Eine Analyse des Verkehrs-Thinktanks Transport & Environment (T&E) ergab, dass die europäische Luftfahrt im Jahr 2025 195 Megatonnen CO₂ produzierte und damit das Vor-Pandemie-Niveau um rund 2 % übertraf.

Der Bericht besagt, dass der Anstieg maßgeblich auf die rasche Expansion von Billigfluggesellschaften, insbesondere Ryanair, zurückzuführen ist.

Der Studie zufolge verursachte Ryanair allein im vergangenen Jahr 16,6 Megatonnen CO₂, was in etwa den jährlichen Emissionen Kroatiens entspricht.

Die Fluggesellschaft beförderte im Jahr 2025 über 200 Millionen Passagiere, verglichen mit etwa 140 Millionen vor der Pandemie im Jahr 2019.

Kohlenstoff-Schlupflöcher

T&E argumentierte, dass das europäische Emissionshandelssystem (EHS) die Luftfahrtverschmutzung nicht vollständig erfasst, da es nur für Flüge gilt, die vollständig innerhalb Europas stattfinden.

Das bedeutet, dass internationale Langstreckenrouten, die typischerweise weitaus mehr Treibstoff verbrauchen, größtenteils außerhalb des Geltungsbereichs des Systems bleiben.

Der Thinktank hob den London-New York-Verkehr hervor, der Berichten zufolge im Jahr 2025 fast 1,4 Megatonnen CO₂ verursachte, ohne in die EHS-Gebühren einbezogen zu werden.

Dem Bericht zufolge zahlt Ryanair im Rahmen des Systems rund 50 € pro Tonne Kohlenstoff, während Lufthansa aufgrund unterschiedlicher Flugoperationen näher an 20 € zahlt.

Reaktion der Industrie

T&E fordert, dass der Kohlenstoffmarkt alle aus Europa abfliegenden Flüge abdeckt, und argumentiert, dies könnte die Staatseinnahmen erhöhen und Investitionen in nachhaltigen Flugkraftstoff beschleunigen.

Giacomo Miele, Autor der Analyse, sagte, steigende Ticketpreise seien enger mit der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen als mit der Klimapolitik verbunden.

„Dass die Luftfahrtemissionen einen neuen Höchststand erreichen, ist ein klares Signal dafür, dass die Industrie nicht die Absicht hat, ihr Verhalten zu ändern“, sagte er.

Ryanair verteidigte seine Umweltbilanz und erklärte, seine Emissionen seien gestiegen, weil sie Europas am schnellsten wachsende Fluggesellschaft sei und gleichzeitig weiterhin neuere, treibstoffeffizientere Flugzeuge betreibe.

Ein Unternehmenssprecher kritisierte das Emissionshandelssystem zudem als „vollständig diskreditiert“, da es viele Langstreckenfluggesellschaften davon ausnehme, äquivalente Kohlenstoffkosten zu zahlen.

Quellen: The Guardian, Transport & Environment