Die Schatten globaler Konflikte reichen oft weit über das eigentliche Schlachtfeld hinaus.
Für eine europäische Nation nehmen diese Schatten Berichten zufolge die Form verdeckter Operationen direkt vor ihrer Haustür an. Die Bedrohung scheint unsichtbar, doch die Warnungen werden lauter.
Ein klares Ziel
Russland betrachte Großbritannien als seinen Hauptrivalen in Europa, so die deutliche Einschätzung des exilierten russischen Geschäftsmanns Mikhail Khodorkovsky. Er sehe eine klare Gefahr.
Er sei der Ansicht, Wladimir Putin sei bereit, jede verfügbare Methode einzusetzen, um das Land anzugreifen. Laut einem Interview, das er der „Sun“ gab und das vom „Express“ zitiert wurde, verfüge der russische Staatschef über mehrere Mittel, um Chaos zu stiften.
Die Bedrohung durch einen hybriden Angriff lastet schwer auf den Verbündeten der Ukraine. Verdeckte Aktionen seien nicht nur eine zukünftige Möglichkeit, denn geheime Operationen seien bereits auf britischem Boden im Gange.
Spione und lokale Kriminelle
Militärgeheimdienstagenten des GRU bleiben eine primäre Waffe des Kremls. Im Jahr 2018 griffen diese Agenten Salisbury mit einem tödlichen Nervenkampfstoff an. Der Angriff zielte auf einen ehemaligen Spion. Letztendlich forderte er das Leben einer lokalen Mutter.
Eine weitere Gefahrenquelle stelle der Föderale Sicherheitsdienst dar. Dieses weitläufige Netzwerk agiere als moderner Nachfolger des sowjetischen KGB. Sie spezialisierten sich darauf, sich unauffällig zu bewegen.
Die überraschendste Taktik verlasse sich jedoch auf lokale Rekruten. Britische Kriminelle böten eine billige und schwache Option für ausländische Führungspersonen. Dennoch habe Khodorkovsky der „Sun“ mitgeteilt, dass diese Methode gut funktioniere und heute aktiv eingesetzt werde.
Feuer auf den Straßen
Die zerstörerischen Ergebnisse dieser lokalen Rekrutierungsstrategie sind bereits sichtbar geworden. Ein britisches Gericht verurteilte kürzlich zwei Männer zu jahrzehntelangen Haftstrafen, nachdem sie einen Brandanschlag inszeniert hatten.
Im vergangenen März zielten sie im Auftrag der russischen Wagner-Gruppe auf ein ukrainisches Geschäft in Ost-London ab. Der weitläufige Plan ging noch weiter. Er umfasste detaillierte Pläne zur Entführung eines russischen Dissidenten aus einem eleganten Mayfair-Restaurant.
Khodorkovsky lache über die Vorstellung, dass reiche Eliten den russischen Präsidenten bald stürzen würden. Er bestehe darauf, dass Großbritannien sich einfach auf mehr Aggression vorbereiten müsse.
Diese deutliche Warnung traf ein, gerade als sich der physische Krieg erneut intensivierte. Am Wochenende tauschten Russland und die Ukraine massive Drohnenangriffe aus, wobei Hunderte von Flugkörpern am Nachthimmel zerstört wurden.
Quellen: „The Sun“, „Daily Express“