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Russland kann Moskau nicht schützen, und pro-Kreml-Blogger geraten in Rage

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Vitaly V. Kuzmin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons / miss.cabul / Shutterstock.com

Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums habe beispielsweise nichts über die getroffenen Ziele gesagt.

Wenn eine mächtige Festung durchbrochen wird, geraten die Menschen darin gewöhnlich in Panik.

Führungspersönlichkeiten versuchen oft, absolute Ruhe auszustrahlen, während die schweren Steinmauern um sie herum bröckeln.

Doch manchmal macht das Ignorieren der Risse die Menge nur wütender.

Schäden ignorieren

Das Institute for the Study of War (ISW) schätzt ein, dass die ukrainischen Drohnenangriffe auf Moskau an diesem Wochenende massive Lücken im Verteidigungsschild der Stadt offengelegt hätten.

Zwischen dem 16. und 17. Mai hätten ukrainische Streitkräfte bei einer groß angelegten nächtlichen Operation erfolgreich wichtige Militär- und Ölanlagen getroffen.

Das ISW schätze ein, dass der massive Angriff Russlands Unfähigkeit offengelegt habe, Moskau vor ukrainischen Angriffen zu verteidigen, und dass der Kreml das Versagen bei der Information der Öffentlichkeit eindeutig herunterzuspielen versucht habe.

Keine Erwähnung zerstörter Anlagen

Das ISW stellt fest, dass russische Beamte, anstatt die Verwundbarkeit anzuerkennen, die schweren Schäden an ihrem wichtigen Industrienetz aktiv heruntergespielt hätten.

In ihren öffentlichen Erklärungen habe sich Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa lediglich über die Gefahr für normale Zivilisten beklagt.

Die zerstörten Verteidigungsanlagen habe sie vollständig ignoriert.

Ein kurzer Fernsehbeitrag

Laut ISW hätten russische Staatsmedien genau dasselbe Skript strikt befolgt.

Sender wie Perviy Kanal und Rossiya-1 hätten dem massiven Luftangriff kaum eine Minute gewidmet. Die kurze Sendung habe den Zuschauern fast keine echten Informationen geliefert.

Reporter hätten der Öffentlichkeit lediglich mitgeteilt, dass Vergeltungsschläge bereits im Gange seien.

Bedrohungen abtun

Unterdessen habe Kremlsprecher Dmitri Peskow versucht, die Erwartungen der Öffentlichkeit zu steuern. Während einer Pressekonferenz hätten Reporter ihn direkt zu den schweren Sprengsätzen befragt, die auf die Hauptstadt gefallen seien.

Er habe die unmittelbare Gefahr mit einer kurzen Erklärung abgetan. Peskow habe der Presse mitgeteilt, dass Russland „als Atommacht nicht bedroht werden könne und seine Existenz nicht gefährdet sei“.

Dieser ruhige Ansatz sei bei den härtesten Kriegsbefürwortern nicht gut angekommen. Laut ISW seien russische ultranationalistische Militärblogger sofort online in wütenden Zorn ausgebrochen.

Hardliner geraten in Rage

Das ISW stellt fest, dass einflussreiche Internetkommentatoren auch die militärische Führung scharf kritisiert hätten. Sie hätten die wiederholt versagende Luftverteidigung um Moskau kritisiert und sofortige strukturelle Verbesserungen zum Schutz der Stadt gefordert.

Einige prominente Blogger hätten sogar einen taktischen Atomschlag als Reaktion auf den Drohnenschwarm gefordert. Sie hätten sowohl Peskow als auch Sacharowa für ihre überraschend schwachen öffentlichen Äußerungen scharf kritisiert.

Die Online-Community habe ein neues umfassendes Drohnenwarnsystem gefordert. Sie hätten gewarnt, dass die Ukraine ihre Langstreckenreichweite schnell ausbaue, während russische Führer einfach das lokale mobile Internet abschalteten, um das anhaltende Chaos zu verbergen.

Raffinerie in Flammen

Laut dem ukrainischen Sicherheitsdienst (SBU) seien Drohnen in die Moskauer Ölraffinerie eingeschlagen.

Das Angriffspaket habe ein hochstrategisches Industrieziel umfasst. Ukrainische Behörden hätten gemeldet, das Mikroelektronikwerk Angstrem getroffen zu haben. Das Werk liefere Halbleiter für russische Waffen.

Insgesamt seien folgende Ziele in der Region Moskau getroffen worden:

▪️ Das Angstrem-Werk, das Halbleiter für Russlands militärisch-industriellen Komplex liefere und unter US-Sanktionen stehe

▪️ Die Moskauer Ölraffinerie

▪️ Die Ölpumpstation Solnetschnogorsk

▪️ Die Ölpumpstation Wolodarskoje

Die Informationen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Quellen: Agentstvo, Kremlsprecher Dmitri Peskow, Russisches Außenministerium, russische Militärblogger, das Institute for the Study of War