World Gymnastics hat offiziell alle verbleibenden Beschränkungen für russische und belarussische Athleten aufgehoben und ihnen damit zum ersten Mal seit Beginn der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 erlaubt, unter ihren nationalen Symbolen anzutreten.
Die Entscheidung markiert eine weitere signifikante Wende in der internationalen Sportpolitik, da globale Organisationen weiterhin darüber debattieren, wie mit der russischen und belarussischen Teilnahme während des andauernden Krieges umzugehen ist, berichtet der Kyiv Independent.
Beschränkungen aufgehoben
Das Exekutivkomitee der Organisation gab am 18. Mai bekannt, dass alle Maßnahmen, die nach Februar 2022 gegen russische und belarussische Athleten verhängt worden waren, mit sofortiger Wirkung aufgehoben wurden.
Laut einer vom Kyiv Independent zitierten Erklärung stellt die Änderung die vollen Teilnahmerechte in jeder von World Gymnastics verwalteten Disziplin wieder her.
Der Verband, früher bekannt als International Gymnastics Federation, beaufsichtigt internationale Wettkämpfe im Geräteturnen, in der Rhythmischen Sportgymnastik, in der Akrobatik, in der Aerobic-Gymnastik und im Trampolinturnen.
Der Schritt macht Sanktionen rückgängig, die kurz nachdem Russland seine umfassende Invasion der Ukraine gestartet hatte, eingeführt wurden.
Rückkehr zum Wettkampf
Russische und belarussische Athleten wurden 2022 zunächst vollständig von internationalen Turnveranstaltungen ausgeschlossen.
Die Beschränkungen umfassten auch Nationalflaggen, Hymnen und Austragungsrechte, die mit beiden Ländern verbunden waren.
Ende 2024 durften einige Athleten aus Russland und Belarus unter strengen Auflagen als neutrale Teilnehmer zurückkehren.
Es war ihnen jedoch bis zur jüngsten Entscheidung von World Gymnastics weiterhin untersagt, unter nationalen Farben oder offiziellen Staatssymbolen anzutreten.
Breitere Sportdebatte
Die Frage der russischen Teilnahme ist seit Beginn der Invasion im gesamten internationalen Sport zutiefst umstritten geblieben.
Die Ukraine und mehrere verbündete Länder haben wiederholt argumentiert, dass die Erlaubnis für russische Athleten, normal am Wettkampf teilzunehmen, die Bemühungen zur internationalen Isolation Moskaus zu untergraben droht.
Gleichzeitig haben einige Sportverbände und olympische Funktionäre zunehmend die Wiedereingliederung von Athleten unterstützt, die nicht direkt mit militärischen Institutionen oder politischen Aktivitäten in Verbindung stehen.
Große Organisationen, darunter das International Olympic Committee und das International Paralympic Committee, haben in den letzten Jahren einige Beschränkungen schrittweise gelockert.
Auswirkungen auf die Ukraine
Russlands Invasion hat die Sportgemeinschaft der Ukraine stark betroffen.
Nach Angaben ukrainischer Beamter und Sportorganisationen wurden seit Kriegsbeginn Hunderte von Athleten und Trainern getötet, während Sporteinrichtungen im ganzen Land bei Raketen- und Drohnenangriffen beschädigt oder zerstört wurden.
Trotz der Zerstörung haben ukrainische Athleten während des gesamten Krieges weiterhin international an Wettkämpfen teilgenommen und globale Veranstaltungen oft genutzt, um auf den Konflikt und seine Auswirkungen auf Zivilisten aufmerksam zu machen.
Quellen: Kyiv Independent, World Gymnastics