Startseite Welt Bezos kritisiert Mamdani: „Das ist nicht richtig.“

Bezos kritisiert Mamdani: „Das ist nicht richtig.“

Jeff Bezos
Los Angeles Air Force Base Space and Missile System Center, Public domain, via Wikimedia Commons

Reichtum und Politik bilden stets eine explosive Mischung.

Wenn lokale Führungspersönlichkeiten beschließen, die Superreichen zur Finanzierung öffentlicher Projekte zur Kasse zu bitten, kochen die Spannungen naturgemäß hoch.

Nun wehren sich zwei berühmte Milliardäre gegen eine umstrittene neue Kampagne.

Ein viraler PR-Gag

Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani trug seine politische Agenda kürzlich direkt auf die Straße. Er filmte ein kontroverses Video vor einem berühmten Manhattaner Penthouse.

Das riesige Anwesen gehört dem Hedgefondsmanager Ken Griffin. Der Bürgermeister nutzte das Gebäude als Kulisse, um eine vorgeschlagene Steuer auf luxuriöse Zweitwohnungen zu feiern.

Griffin schätzte den Überraschungsbesuch nicht. Laut New York Post habe er auf CNBC den politischen PR-Gag als „unheimlich“ bezeichnet und umgehend damit gedroht, ein riesiges kommerzielles Entwicklungsprojekt in der Stadt auf Eis zu legen.

Einmischung

Die seltsame Taktik erregte schnell die Aufmerksamkeit von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Während seines eigenen kürzlichen Interviews mit CNBC kritisierte er den Bürgermeister scharf dafür, einen lokalen Wirtschaftsführer zu dämonisieren.

„Ken Griffin ist kein Bösewicht“, sagte Bezos dem Wirtschaftsnetzwerk. „Er hat niemandem geschadet. Er schadet New York nicht. Im Gegenteil. Und dieser Teil davon ist nicht richtig. Es gab keinen Grund, dies zu tun.“

Bezos stellte klar, dass er die zugrunde liegende finanzielle Idee grundsätzlich akzeptiere. „Einerseits ist es völlig in Ordnung, eine politische Debatte darüber zu führen, ob man eine Zweitwohnsitzsteuer haben möchte“, erklärte er.

Hohe Ausgaben

Die Verteidigung seines Milliardärskollegen mündete schnell in eine umfassendere Kritik an der Stadtverwaltung. Laut New York Post habe Bezos die Verwaltung scharf kritisiert, weil sie rekordverdächtige 43 Milliarden Dollar in öffentliche Schulen pumpe.

Die Stadt gibt derzeit rund 44.000 Dollar pro Schüler aus. Das liegt deutlich über dem Wert anderer großer urbaner Zentren, trotz sinkender Schülerzahlen und schlechter Testergebnisse.

Anschließend wandte er sich den explodierenden Kosten für lokalen Wohnraum zu. Während des Interviews machte der Technologie-Manager die stark steigenden Mietpreise entschieden für die starke staatliche Intervention verantwortlich.

Schuldzuweisungen

„Dies ist niemandes Schuld außer der Regierungspolitik“, sagte Bezos gegenüber CNBC.

Er glaube, lokale Beamte bräuchten einen völlig anderen Ansatz, um das kaputte System zu reparieren. „Und das ist behebbar. Auch hier handelt es sich um ein Kompetenzproblem“, fügte er hinzu.

Die New York Post berichtete, dass das Rathaus noch nicht auf Anfragen zur Stellungnahme reagiert habe. Das Schweigen lässt die anhaltende politische Fehde völlig ungelöst.

Quellen: New York Post, CNBC