Startseite Politik Putin nimmt alten Verbündeten mit bizarrer neuer Maßnahme ins Visier

Putin nimmt alten Verbündeten mit bizarrer neuer Maßnahme ins Visier

Vladimir Putin
kremlin.ru / Wiki Commons

Der Schritt erfolgt kurz nachdem Donald Trump eine neue Handelsroute vorgeschlagen hat.

Russland hat plötzlich alltägliche Lieferungen seines traditionellen Verbündeten unterbunden.

Am Mittwoch kündigte die staatliche Landwirtschaftsüberwachungsbehörde des Landes einen vorübergehenden Stopp aller Blumenimporte an, die aus Armenien stammen oder das Land durchqueren.

The Moscow Times zitiert die Behörde, bekannt als Rosselkhoznadzor, die behauptet, die Beschränkungen dienten dem Schutz der lokalen Pflanzensicherheit. Beamte stuften 135 Sendungen von über 96 Millionen Importen als quarantänepflichtig ein. Weitere Details wurden jedoch nicht genannt.

Die neue Regelung trat am Donnerstag in Kraft. Der Handel bleibt eingefroren, bis russische Inspektoren die armenischen Gewächshausanlagen besichtigt haben.

Tiefe politische Abkühlung

Dieser unerwartete wirtschaftliche Einschnitt trifft eine wichtige Industrie. Laut der Zeitung Kommersant liefert Armenien derzeit etwa zehn Prozent der russischen Schnitttulpen, und seine Rosen werden deutlich günstiger verkauft als konkurrierende Importe.

Die wahre Ursache des Disputs scheint jedoch eher politischer als pflanzlicher Natur zu sein. Der Blumenstopp erfolgte nur wenige Wochen vor den entscheidenden Parlamentswahlen in Armenien am 7. Juni.

Die Beziehungen zwischen den beiden offiziellen Verbündeten haben sich seit 2023 verschlechtert. Armenien machte Moskau und seine Friedenstruppen offen dafür verantwortlich, eine Offensive des benachbarten Aserbaidschans in Bergkarabach nicht gestoppt zu haben.

Spannungen und Verbote

Die Spannungen äußerten sich in öffentlichen Auseinandersetzungen. Bei jüngsten Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin stichelte der armenische Premierminister Nikol Paschinjan gegen die russische Zensur, indem er anmerkte, Armenien verfüge über „100 % freie soziale Medien“.

Moskau reagierte mit rascher wirtschaftlicher Vergeltung. Die Behörden schlossen schnell eine Fabrik, die armenischen Kognak importiert, und blockierten über eine Million Flaschen Mineralwasser.

Der Druck nimmt weiter zu. Putin warnte kürzlich, es sei „definitionsgemäß unmöglich“, dass Armenien in seinem regionalen Wirtschaftsblock bleibe, wenn es der Europäischen Union beitrete. Russland rügte Armenien außerdem dafür, den ukrainischen Staatschef bei einem kürzlichen Gipfeltreffen empfangen zu haben.

Die Trump-Route

Hinter den Kulissen hat sich jenseits des Atlantiks eine überraschende neue wirtschaftliche Lebensader für Armenien aufgetan.

Donald Trump schlug einen 43 Kilometer langen Transportkorridor vor, der direkt durch Südarmenien führt. Die Europäische Union unterstützt den Plan bereits.

Die Route würde Zentralasien direkt mit Europa verbinden und dabei sowohl Russland als auch Georgien umgehen. Dies könnte den regionalen Handel grundlegend verändern.

Laut einer Analyse von Adrian Blomfield, Senior Foreign Correspondent für The Telegraph, hat dieser Schritt das Land in ein wichtiges geopolitisches Schlachtfeld verwandelt, das intensives Interesse aus Washington und Europa auf sich zieht.

Quellen: Rosselkhoznadzor, Kommersant, Russisches Außenministerium, Die Moscow Times