„Ohne viele, viele Jahre zu warten, wissen wir, dass das Medikament wirkt“, sagt der Präsident.
Weit über Washington hinaus sorgten die Aussagen für hochgezogene Augenbrauen, nachdem Donald Trump eine Pressekonferenz im Oval Office nutzte, um etwas zu beschreiben, das eher nach Science-Fiction als nach Gesundheitspolitik klang.
Laut dem US-Präsidenten testen amerikanische Forscher derzeit eine medizinische Behandlung, die Menschen wiederbeleben könne, die als jenseits der Rettung galten.
Trump bot während seiner Ausführungen keine wissenschaftlichen Daten, keinen Medikamentennamen und keine medizinische Dokumentation an. Dennoch bestand er darauf, dass die Behandlung bereits dramatische Ergebnisse erzielt habe.
„Ohne viele, viele Jahre zu warten, wissen wir, dass das Medikament wirkt, weil wir Menschen genommen haben, die tot waren. Wir hatten eine Person, der die letzte Ölung gegeben wurde, die weg war“, sagte Trump laut Express.
„Die Kinder weinen und alles, und man gab ihnen dieses Medikament und die Person wurde besser.“
„Es funktioniert. Wissen Sie, und manche funktionieren nicht, aber man lernt sehr schnell. Es ist der ultimative Test.“
Medizinische Experten widersprechen
Ärzte und Forscher reagierten mit sofortiger Skepsis, nachdem die Kommentare online auftauchten.
Mehrere Mediziner argumentierten, dass keine zugelassene Behandlung existiere, die klinisch tote Patienten auf die von Trump beschriebene Weise wiederbeleben könne. Kritiker vermuteten stattdessen, der Präsident habe sich möglicherweise auf experimentelle Therapien bezogen, die bei schwer kranken Patienten angewendet würden, anstatt auf eine buchstäbliche Umkehrung des Todes.
Die Verwirrung vertiefte sich, da Trump das fragliche Medikament nie identifizierte.
Die „Right to Try“-Gesetzgebung, die während Trumps erster Amtszeit eingeführt wurde, wurde während der Pressekonferenz als Teil der Erklärung für die gemeldeten Experimente erwähnt. Das Gesetz ermöglicht unheilbar kranken Patienten den Zugang zu bestimmten experimentellen Behandlungen vor der vollständigen behördlichen Zulassung.
Dennoch verbreiteten sich Fragen nach den Äußerungen des Präsidenten schnell in sozialen Medien und medizinischen Kreisen.
Kritiker vergleichen Behauptungen mit Hollywood-Handlung
Die Gegenreaktion beschränkte sich nicht nur auf medizinisches Fachpersonal.
Die Online-Reaktionen reichten von Unglauben bis hin zu offenem Spott, wobei mehrere Kommentatoren Trumps Äußerungen eher mit einer Filmhandlung als mit einem echten medizinischen Durchbruch verglichen.
Frustration wuchs auch, weil die Regierung gleichzeitig daran arbeitet, die Finanzierung mehrerer etablierter öffentlicher Gesundheitsprogramme zu kürzen, einschließlich Behandlungen zur Verhinderung von Überdosis-Todesfällen.
Medizinische Befürworter wiesen darauf hin, dass die Unterstützung für Fentanyl-Teststreifen und andere bewährte Maßnahmen zur Schadensminderung ebenfalls Kürzungen oder Einschränkungen erfahren habe.
Kritiker warfen der Regierung vor, vage und unbestätigte medizinische Behauptungen zu fördern, während sie gleichzeitig die Unterstützung für wissenschaftlich etablierte Behandlungsprogramme zurückfahre.
Keine Beweise veröffentlicht
Trumps Äußerungen kamen ohne unterstützende Beweise von Bundesbehörden, Pharmaunternehmen oder unabhängigen Forschern.
Öffentliche Erklärungen des Weißen Hauses nach der Pressekonferenz lieferten ebenfalls keine zusätzlichen Details über die angebliche Behandlung oder den Ort der Tests.
Die Spekulationen haben sich seit der Ausstrahlung der Äußerungen online weiter verbreitet, insbesondere weil Trump das angebliche Medikament als etwas darstellte, das sich bereits in realen Situationen bewährt habe, und nicht als ein entferntes Forschungsprojekt.