Ein weiterer Schritt im Luftkrieg zeichnet sich ab, während die Ukraine sich darauf vorbereitet, ihre Möglichkeiten auszuweiten. Waffen mit größerer Reichweite würden die russische Angriffsplanung erschweren.
Die Ukraine wird ihre ersten schwedischen Gripen-Kampfjets voraussichtlich Anfang 2027 erhalten, berichtet The Guardian.
Die britische Zeitung berichtet, dass Schweden die Lieferung von 16 Gripen plant. Die Flugzeuge können Meteor-Raketen tragen und würden der Ukraine damit eine Waffe geben, die dafür ausgelegt ist, feindliche Flugzeuge außerhalb der Sichtweite zu bekämpfen und russische Jets unter Druck zu setzen, bevor sie sich der Front nähern.
Meteor verändert das Reichweitenproblem
The War Zone schreibt, dass Meteor einer der Hauptgründe ist, warum die Lieferung der Gripen von Bedeutung ist. Die Rakete ist für Luftkämpfe über große Distanzen konzipiert und soll eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern haben.
Russland hat Su-35- und MiG-31-Jets mit R-37M-Raketen eingesetzt, um ukrainische Flugzeuge aus großer Entfernung zu bedrohen.
Das hat ukrainische Piloten oft gezwungen, unter Druck zu operieren, bevor sie sicher in den Kampf eingreifen konnten.
Meteor würde ukrainischen Piloten eine stärkere Antwort auf diese Gefahr geben. Zudem würde sich das Risiko für russische Flugzeuge erhöhen, die nahe der Front Gleitbomben abwerfen, wo Moskaus Besatzungen sich häufig auf Abstand verlassen haben, um ihre Gefährdung zu verringern.
Ukraine hat sich unter Druck angepasst
Die Royal Aeronautical Society schreibt in AEROSPACE, dass die ukrainische Luftwaffe die erste Phase der Invasion trotz Russlands größerer Flugzeugflotte und wiederholter Angriffe auf Luftwaffenstützpunkte überstanden hat.
Ein Rafale-Pilot der französischen Marine sagte gegenüber AEROSPACE:
– Die ukrainische Luftwaffe hat in der ersten Phase des Krieges recht gute Arbeit dabei geleistet, ihre personellen Ressourcen zu schützen.
Dieses Überleben war nicht nur eine Frage der Flugzeuge. Die Ukraine verteilte ihre Jets, schützte Besatzungen und passte ihre Taktik an, während sie weiterhin den Luftraum verteidigte und Bodenoperationen unterstützte.
Westliche Flugzeuge bringen neue Anforderungen mit sich
Die Ukraine hat bereits begonnen, westliche Flugzeuge zu integrieren, darunter F-16 und Mirage 2000.
Gripen würde ein weiteres System hinzufügen, das voraussichtlich neue Ausbildung, neue Wartungsabläufe und die Koordination mit Radar- und Einsatzführungsflugzeugen erfordert.
Von AEROSPACE zitierte Experten warnen, dass die russischen Luftabwehrsysteme S-300 und S-400 weiterhin eine große Gefahr darstellen. Ein türkischer F-16-Experte sagte dem Medium:
– Das Flugzeug selbst ist nicht der wichtigste Faktor – das entscheidende Element sind die Waffe und ihre Leistungsfähigkeit.
Deshalb geht es beim Gripen-Plan um mehr als nur die Zahl der Flugzeuge. Seine Wirkung hängt von Raketen, Taktik, elektronischer Kriegsführung und der Frage ab, ob die Ukraine ihre Jets trotz russischer Angriffe einsatzfähig halten kann.
Sollte der Zeitplan eingehalten werden, würden Gripen und Meteor keine Luftüberlegenheit garantieren. Sie würden den Luftraum jedoch für russische Besatzungen deutlich gefährlicher machen, die sich lange auf Distanz als Schutz verlassen haben.
Quellen: The War Zone, The Guardian, AEROSPACE