Ein durchgesickertes europäisches Geheimdienstdokument deutet darauf hin, dass Wladimir Putin zunehmend einen Attentatsversuch oder einen potenziellen Putsch aus den Reihen seiner eigenen politischen Elite fürchtet.
Während der Konflikt andauert, tauchen erneut Gerüchte über Instabilität im Kreml auf. Westliche Geheimdienste legen selten private Einschätzungen über rivalisierende Staaten offen, doch ein kürzlich durchgesickertes Dokument soll ernsthafte Sicherheitsbedenken auf den höchsten Ebenen der russischen Regierung darlegen. Beobachter sind sich uneinig darüber, ob ein Führungswechsel tatsächlich möglich ist oder ob das Leck lediglich dazu dienen soll, Unsicherheit und Paranoia zu schüren, berichtet The Express.
Furcht vor der Elite
Seit März 2026 soll der russische Präsident zutiefst besorgt über Lecks sensibler Informationen sein. Medienberichten zufolge, darunter von CNN und der Financial Times, hebt der ungenannte Geheimdienstbericht eine spezifische Furcht vor gezielten Drohnenangriffen hervor.
Das Dokument deutet darauf hin, dass Putin besonders misstrauisch gegenüber einem Attentatsversuch ist, der von seinem inneren Zirkel organisiert wird. Zum Schutz des Staatschefs wurden die Sicherheitsmaßnahmen in den letzten Monaten massiv verstärkt.
Berichten zufolge sind Überwachungssysteme nun in den Privathäusern enger Mitarbeiter aktiv. Personen, die direkt in der Nähe des Präsidenten arbeiten, sehen sich zudem strengen neuen täglichen Regeln gegenüber, darunter ein Verbot der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Einschränkungen bei der privaten Telefonnutzung.
Ein kaltgestellter Verbündeter
Das überraschendste Detail in der durchgesickerten Einschätzung betrifft Sergej Schoigu, den ehemaligen Verteidigungsminister. Der Bericht behauptet, er werde derzeit mit dem Risiko eines potenziellen Putsches in Verbindung gebracht, da er weiterhin erheblichen Einfluss im militärischen Oberkommando besitze.
Roman Anin, ein russischer Investigativjournalist, erklärte der DW, dass Schoigu viele Jahre lang der Anführer einer sehr einflussreichen Gruppe gewesen sei.
„Als Verteidigungsminister und Leiter des Katastrophenschutzministeriums gelang es ihm, eine große Anzahl von Menschen unter seinem Kommando zu vereinen und sie in korrupte Netzwerke zu verwickeln“, sagte Anin der DW. Er fügte hinzu, diese Personen „hielten sich an einen mafiaähnlichen Kodex.“
Steigende interne Spannungen
Das Geheimdienstdokument liefert keine konkreten Beweise zur Untermauerung der Behauptungen gegen den ehemaligen Verteidigungsminister. Jeder interne Schritt gegen den russischen Staatschef würde einen massiven Loyalitätswechsel bedeuten.
Putin hat jedoch bereits einen bedeutenden Aufstand überlebt. Im Jahr 2023 startete der verstorbene Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin einen gescheiterten Militärmarsch in Richtung Moskau.
Jüngste Sicherheitsvorkehrungen folgten einer Reihe gezielter Angriffe auf hochrangige Militärpersönlichkeiten, darunter die Ermordung eines Top-Generals. Der Präsident soll seinen Reiseplan reduziert haben, indem er übliche Residenzen meidet und Militäreinrichtungen in diesem Jahr gänzlich nicht besucht.
Quellen: The Express, CNN, Financial Times, DW