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Die Nutzung sozialer Medien kommt „Magie“ gleich, behauptet die russische Kirche

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Im digitalen Zeitalter ist die Kontrolle darüber, was Menschen online sehen, das ultimative Werkzeug, um an der Macht zu bleiben.

Regierungen weltweit haben alles versucht, von Firewalls bis hin zu totalen Blackouts, um die Kontrolle über Informationen zu behalten.

Doch eine neue Taktik setzt auf eine alte Macht, um Menschen davon zu überzeugen, dass der Verlust ihrer Internetfreiheit tatsächlich gut für ihre Seelen ist.

Sünden der sozialen Medien

Die russisch-orthodoxe Kirche hat sich direkt in den digitalen Krieg des Kremls eingeschaltet. Laut einem Bericht des ukrainischen Zentrums für Desinformationsbekämpfung vom 1. Juni setzt die Kirche theologische Propaganda ein, um massive staatliche Internetzensur zu rechtfertigen.

Religiöse Führer fordern die Bürger offen auf, diese neuen Beschränkungen anzunehmen. Kirchenvertreter argumentieren, dass „die technologische Zivilisation vor der Ewigkeit verblasst“.

Die Kirche veröffentlichte sogar eine Dokumentation auf ihrem Fernsehsender Spas, in der Social-Media-Konten und Online-Profile als Formen von „Magie“ und digitalem Extremismus dargestellt werden.

Das ukrainische Zentrum beurteilte, dass die Kirche dem Staat einen direkten Dienst erweise. Durch den Einsatz ihrer religiösen Autorität hoffe sie, die öffentliche Wut über das Verschwinden des offenen Internets zu besänftigen.

Prediger sehen sich Sanktionen gegenüber

Die tiefe Allianz zwischen der Kirche und Präsident Wladimir Putin zieht heftige internationale Kritik nach sich. Die Europäische Union entwirft ihr 21. Sanktionspaket, das Beamte bis zum Frühsommer fertigzustellen erwarten.

Zum ersten Mal werden diese europäischen Beschränkungen hochrangige Kirchenvertreter ins Visier nehmen. Patriarch Kirill, das Oberhaupt der Kirche, steht ganz oben auf der Liste.

Kirill hat die Invasion der Ukraine häufig mit religiöser Sprache verteidigt und sogar behauptet, Russland habe keine Geschichte der Aggression. Er ist bereits mit Sanktionen aus Großbritannien, Kanada und der Tschechischen Republik belegt.

Totaler digitaler Lockdown

Moskau hat Jahre damit verbracht, den Zugang zur Außenwelt langsam zu unterbinden. Die Behörden verboten Facebook und Instagram bereits im Jahr 2022, bevor sie YouTube verlangsamten und Apps wie WhatsApp und TikTok einschränkten.

Bis zum vergangenen Jahr hatte der Staat mehr als 37.000 Stunden digitaler Störungen verursacht, wie United24Media berichtete.

Der letzte Schlag erfolgte im März 2026, als Russland ein landesweites Whitelist-System einführte, das alles außer von der Regierung genehmigten Websites blockiert.

Diese massive Änderung löste sofortige Internet-Blackouts in 68 Regionen aus. Indem der Kreml Bürger auf überwachten Plattformen festhält, hat er die Menschen erfolgreich dazu gebracht, sich selbst zu zensieren.

Quellen: Ukrainisches Zentrum für Desinformationsbekämpfung (CPD), United24Media