Startseite Krieg Russischer General lobte die Ukraine – jetzt muss er sich...

Russischer General lobte die Ukraine – jetzt muss er sich erklären

Andrei Gurulov
Gobon76, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Soziale Medien sind ein riskanter Ort für jeden, der an der Macht ist.

Ein einziger Beitrag kann einen massiven Sturm der Entrüstung auslösen, noch bevor der Autor überhaupt zum Telefon greift.

Und für einen hochrangigen Militärvertreter hat ein unautorisiertes Update gerade eine fieberhafte Schadensbegrenzungsaktion ausgelöst.

Eine überraschende Nachricht

Die Schwierigkeiten begannen am Montag. Ein seltsames Update erschien auf dem offiziellen Telegram-Kanal von Andrei Gurulov. Er ist ein russischer General und Abgeordneter der regierenden Partei Einiges Russland.

Die Nachricht bot eine düstere Einschätzung des Konflikts. Sie behauptete unverblümt, dass die russischen Streitkräfte an den Frontlinien in einer zermürbenden Pattsituation feststeckten.

Der Beitrag ging noch weiter und wies darauf hin, dass das ukrainische Militär nun einen klaren technologischen Vorteil besitze. Er hob auch schwerwiegende Kraftstoffknappheit auf der gesamten besetzten Krim hervor.

Am alarmierendsten für die russische Öffentlichkeit war vielleicht eine Warnung vor der Zukunft. Der Text deutete an, dass eine massive militärische Mobilisierung bereits für den Herbst 2026 geplant sei. Es steht viel auf dem Spiel.

Behauptungen über einen Hack

Der Beitrag sorgte sofort für einen Aufruhr im Netz. Kurz nachdem er viral ging, nutzte Gurulov eine andere Plattform, um seinen Namen reinzuwaschen.

Der General erklärte, Hacker hätten sein Konto übernommen. Laut UNIAN schrieb er: „Der Kanal wurde gestohlen und Feinde veröffentlichen von dort aus falsche Inhalte.“

Doch die Reaktion war chaotisch. Die kontroverse Nachricht blieb lange nach seiner Dementierung online, was wilde Gerüchte in den sozialen Netzwerken befeuerte.

Das russische Nachrichtenportal RTVI, zitiert von O2 berichtete, das Konto sei möglicherweise bereits Tage zuvor kompromittiert worden. Hinter den Kulissen hätten Hacker den Kanal Berichten zufolge genutzt, um Direktnachrichten zu versenden, in denen sie nach Kryptowährung fragten.

Das größere Bild

Dieses digitale Drama entfaltet sich in einer sehr schwierigen Phase für Moskau. Laut der Washington Post sieht sich der Kreml wachsendem Druck ausgesetzt, den Konflikt vollständig zu beenden.

Die Frontoffensive hat sich verlangsamt, während der Staatshaushalt schrumpft. Unterdessen startet die Ukraine weiterhin aggressive Langstreckenangriffe. Europäische Beamte glauben, Moskau setze laute öffentliche Drohungen ein, um diese wachsenden innenpolitischen Schwierigkeiten lediglich zu verbergen.

Trotz der steigenden Kosten weigert sich die russische Führung, sich zurückzuziehen. Das Institute for the Study of War stellt fest, Wladimir Putin lehne weiterhin Kürzungen des Verteidigungshaushalts ab.

Analysten sagen, Putin glaube weiterhin an einen totalen Sieg. Diese Denkweise hält die Kriegsmaschinerie am Laufen, auch wenn sich sowohl in der Wirtschaft als auch in der offiziellen Darstellung Risse zeigen.

Quellen: UNIAN, RTVI, Institute for the Study of War, O2