Kürzlich veröffentlichte Dokumente haben die Aufmerksamkeit erneut auf ein kurzes Detail im Hintergrund eines Familienfilms gelenkt. Das Schild sorgt für Interesse, weil Unterlagen die spätere Beziehung eines Produzenten zu Jeffrey Epstein beschreiben.
Ein kurz sichtbares Ladenschild in Disneys Fantasyfilm Verwünscht (Enchanted) aus dem Jahr 2007 sorgt nach der Veröffentlichung von Dokumenten über die Beziehung des Produzenten Barry Josephson zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut für Aufmerksamkeit.
Laut The Sun trägt das Schild, das nur für einen kurzen Moment in einer Szene gegen Ende des Films zu sehen ist, die Aufschrift „Epstein’s Books“.
Die Zeitung berichtet, dass dieses Detail im Hintergrund zum Gesprächsthema geworden sei, weil Josephson, einer der Produzenten des Films, später umfangreich in Unterlagen des US-Justizministeriums im Zusammenhang mit Epstein erwähnt wurde.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Name der Buchhandlung als Anspielung auf Epstein gedacht war. Der Film kam 2007 in die Kinos, bevor viele der in den Dokumenten beschriebenen Kontakte und finanziellen Transaktionen stattfanden.
Ein Sprecher Josephsons wies jede Andeutung zurück, der Produzent sei an der Auswahl des Namens beteiligt gewesen.
„Herr Josephson hatte keinerlei Rolle bei der Anregung oder Auswahl irgendeines Namens in Verwünscht. Alle Namen stammten entweder von den Drehbuchautoren oder vom Regisseur“, sagte der Sprecher.
Verbindungen des Produzenten wurden erst Jahre später bekannt
Das erneute Interesse geht nicht auf den Film selbst zurück, sondern auf Dokumente, die Jahre nach dessen Veröffentlichung veröffentlicht wurden.
Epstein, der 2008 wegen der Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt wurde, unterhielt Beziehungen zu zahlreichen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Unterhaltungsbranche.
In den vergangenen Jahren veröffentlichte Unterlagen haben diese Verbindungen weiter beleuchtet, darunter auch seine Kontakte zu Josephson.
Vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente, die von der britischen Zeitung eingesehen wurden, enthalten E-Mails, Fotos und Finanzinformationen, die den Hollywood-Produzenten und Epstein betreffen.
Ein Teil des Materials bringt die beiden Männer Berichten zufolge am Set des Westernfilms Edge aus dem Jahr 2015 zusammen – fast acht Jahre nachdem Verwünscht in die Kinos gekommen war.
Die Unterlagen zeigen außerdem, dass Josephson und Epstein über mehrere Jahre hinweg E-Mails austauschten und bis weit in die 2010er Jahre regelmäßigen Kontakt pflegten.
E-Mails und finanzielle Geschäfte im Detail
Zu den von The Sun angeführten Dokumenten gehören E-Mails über Vorsprechen, Vorstellungen und Beschäftigungsmöglichkeiten.
In einem E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2011 fragte Epstein, ob Josephson eine geeignete Kandidatin für eine Assistentenstelle kenne. Josephson antwortete, indem er eine Frau empfahl, mit der er zuvor zusammengearbeitet hatte, und sie in groben und unangemessenen Worten beschrieb.
Andere Nachrichten betrafen Vorsprechen von Personen aus Epsteins Umfeld, darunter seine Patentochter Celina Dubin. Nach einem Vorsprechen beschwerte sich Epstein über die Rückmeldung, die sie Berichten zufolge von Casting-Mitarbeitern erhalten hatte.
„Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie verärgert ich war, als ich hörte, dass jemand so hart zu meiner Patentochter gewesen ist. Sie haben keine Ahnung“, schrieb Epstein.
Die Dokumente zeigen zudem finanzielle Transaktionen zwischen den beiden Männern. Laut The Sun lieh sich Josephson Anfang der 2010er Jahre mehrfach Geld von Epstein. Die Darlehen wurden später zurückgezahlt.
In von der Zeitung zitierten Nachrichten bedankte sich Josephson für Epsteins Unterstützung in finanziell schwierigen Zeiten und bezeichnete ihn als engen Freund.
Produzent äußerte später Bedauern
Nachdem Einzelheiten der Beziehung öffentlich geworden waren, äußerte sich Josephson dazu in Stellungnahmen, über die Variety berichtete.
„Für das, was ich in einigen meiner E-Mails geschrieben habe, gibt es keine Entschuldigung. Die Sprache war grob und kindisch, und ich schäme mich dafür“, sagte er.
Er räumte außerdem ein, privat Zeit mit Epstein verbracht und ihm Besuche an Filmsets ermöglicht zu haben, erklärte jedoch, niemals kriminelles Verhalten gegenüber Minderjährigen beobachtet zu haben.
„Mein mit Abstand größtes Bedauern ist, dass ich seinen Beteuerungen seiner Unschuld törichterweise geglaubt habe … Ich entschuldige mich bei allen, die durch diese offensichtlich schreckliche und verdorbene Person verletzt wurden“, sagte Josephson dem Magazin.
Disney wurde von The Sun um eine Stellungnahme gebeten. Laut der Berichterstattung der Zeitung lag keine Antwort vor.
Quellen: The Sun, Variety