Die beiden Atommächte scheinen zu versuchen, ihre bereits engen Beziehungen zu festigen.
Der chinesische Staatschef Xi Jinping war seit 2019 – also seit sieben Jahren – nicht mehr in Nordkorea.
Das soll sich nun ändern.
Wie The Associated Press am Freitag berichtete, wird Xi Jinping am 8. und 9. Juni zu einem Staatsbesuch nach Nordkorea reisen, nur wenige Wochen nachdem er sowohl US-Präsident Donald Trump als auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Peking empfangen hatte.
Staatliche Medien beider Länder bestätigten die bevorstehende Reise. Bloomberg merkte zudem an, dass Satellitenbilder vom 4. Juni zeigten, wie sich Pjöngjang auf einen bedeutenden Besuch vorbereitete.
Der Zeitpunkt ist von Bedeutung, da sich Nordkorea Russland deutlich angenähert hat und sogar Truppen zur Unterstützung des Krieges in der Ukraine entsandte. China will nun seine eigenen regionalen Interessen sichern.
Unter genauer Beobachtung
Experten glauben, Peking wolle alle daran erinnern, wer die wahre Macht innehat. William Yang, Analyst bei der International Crisis Group, erläuterte die Strategie hinter diesem Schritt.
„Während Nordkorea engere Beziehungen zu Russland aufbaut, versucht China, Xis Reise zu nutzen, um seinen Einfluss auf Pjöngjang zu bekräftigen und seine strategischen Interessen in Nordostasien zu wahren“, sagte Yang.
Unterdessen behaupten offizielle Erklärungen Chinas, der bevorstehende Besuch diene ausschließlich dem regionalen Frieden. Am Freitag lobte die Sprecherin des Außenministeriums, Mao Ning, die engen Beziehungen.
„Die traditionellen freundschaftlichen und kooperativen Beziehungen zwischen China und der DVRK haben sich weiterhin solide und stabil entwickelt und beiden Ländern sowie ihren Völkern greifbare Vorteile gebracht“, sagte Mao.
Doch hinter der freundlichen Rhetorik steigen die nuklearen Spannungen rapide an. Die UN hat Nordkorea wegen seiner Waffentests seit Jahren mit strengen Sanktionen belegt.
Zunehmende nukleare Sorgen
Kurz vor der Ankündigung enthüllte Nordkorea eine neue Urananreicherungsanlage. Während einer Besichtigung kündigte Kim Jong Un Pläne an, sein Atomwaffenarsenal „exponentiell“ auszubauen.
Dies deckt sich mit globalen Warnungen. Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, erklärte am 15. April, Nordkorea habe seine Atomwaffenkapazität erheblich ausgebaut, und verwies dabei auf Aktivitäten im Yongbyon-Komplex.
Analysten sagen, Kim wolle, dass die Welt sein Land als Atomstaat anerkenne, um die Vereinigten Staaten unter Druck zu setzen, strenge Wirtschaftssanktionen aufzuheben.
Peking und Moskau haben Nordkorea oft vor UN-Sanktionen geschützt. Dennoch wird die Welt diese seltene Reise genau beobachten.