die Fahrer tatsächlich wie gewöhnliche Menschen wirkten
Die Versorgung über ein Kriegsgebiet hinweg ist ein riesiges logistisches Rätsel.
Wenn traditionelle Routen versagen, werden Kommandeure kreativ.
Manchmal führt diese Verzweiflung dazu, dass die entscheidende Grenze zwischen militärischem und zivilem Leben vollständig verschwindet.
Regeländerungen
Ukrainische Angriffe haben die regulären russischen Versorgungsrouten schwer beschädigt. Um dieses wachsende Problem zu lösen, ändert die Invasionsarmee drastisch, wie sie Treibstoff in die besetzten Gebiete transportiert.
Laut dem unabhängigen Medium The Insider, zitiert von Onet, übernehmen nun gewöhnliche Fahrzeuge die Hauptlast. Ein kürzlich auf dem Telegram-Kanal Exilenova+ veröffentlichtes Video zeigte zwei Personenkraftwagen, die vollständig mit Benzinkanistern beladen waren.
Die Filmer behaupteten, sie würden etwa eine Tonne Treibstoff aus Dagestan direkt an die Frontlinien im besetzten Tokmak fahren.
Ein riskantes Pendeln
Ruslan Leviev gründete die Analysegruppe Conflict Intelligence Team. Er überprüfte das Filmmaterial und stellte fest, dass die Fahrer tatsächlich wie gewöhnliche Menschen und nicht wie getarnte Soldaten wirkten.
„Aus streng rechtlicher Sicht ist dies vielleicht kein Kriegsverbrechen, da die Personen im Filmmaterial keine Soldaten, sondern Zivilisten zu sein scheinen und sich somit nicht als Zivilisten ausgeben“, erklärte Leviev.
Dennoch warnte er, dass dieser Trend höchst gefährlich sei. Er erklärte, diese Handlungen „könnten weitere Drohnenangriffe auf zufällige zivile Personenkraftwagen provozieren, die auf den Straßen in den südlich besetzten Gebieten unterwegs sind.“
Vladislav Voloshin ist Sprecher der ukrainischen Verteidigungskräfte. Er gab bekannt, dass russische Militärführer kürzlich den massenhaften Einsatz von Ziviltransporten anordneten, um Treibstoff auf die Krim zu bringen.
Im Verborgenen
Voloshin behauptet, das Militär beschlagnahme Lieferwagen und Postlastwagen, um sich unauffällig einzufügen. Die Fahrzeuge führen große Kraftstofftanks mit sich, und Kommandeure verbieten den Fahrern ausdrücklich, Militäruniformen zu tragen.
„Dies ist eine weitere Verletzung der Kriegsregeln“, sagte Voloshin.
Die Täuschung geht noch weiter. Der Kanal Crimean Wind teilte kürzlich ein Foto eines massiven Militärlastwagens, der geschickt so lackiert war, dass er wie ein gewöhnlicher Muldenkipper aussah.
Leviev wies darauf hin, dass der Lastwagen immer noch Militärkennzeichen trug. „Hier handle es sich jedoch um einen echten Fall, bei dem militärisches Gerät als zivil getarnt werde, was zweifellos als Kriegsverbrechen angesehen werden könne“, merkte er an.
Quellen: The Insider, Conflict Intelligence Team, Exilenova+, Ukrainische Verteidigungskräfte, Crimean Wind, Onet